Gelsenkirchen - In der Blitztabelle der Fußball-Bundesliga lag der Hamburger SV am Sonntag zwischenzeitlich auf Rang vier. Als Marcell Jansen den HSV bei Schalke 04 in Führung brachte (5. Minute), keimte kurz Hoffnung auf, doch die Champions-League-Ambitionen erhielten schnell einen Dämpfer. Am Ende kamen die Gäste beim direkten Konkurrenten mit 1:4 (1:2) unter die Räder.
„Wir haben gut angefangen. Durch unsere Fehler ist Schalke zurück ins Spiel gekommen“, sagte ein enttäuschter HSV-Kapitän Rafael van der Vaart. Der Niederländer zeigte aber selbst nur in wenigen Szenen internationale Klasse, viel zu viele Pässe kamen nicht an. In der 68. Minute war Schluss für den HSV-Spielmacher.
Fans feiern Huntelaar
In Champions-League-Form präsentierte sich hingegen Klaas-Jan Huntelaar. Als er nach seinem grandiosen Comeback in der 87. Minute den Platz verließ, erhobenen sich die Schalker Fans von ihren Sitzen. Der Niederländer war nach sieben Wochen Verletzungspause mit seinen Saisontreffern acht bis zehn sowie einer Torvorlage der umjubelte Matchwinner und hielt sein Team auf Kurs. Und das obwohl der Stadionsprecher den Stürmer beim Verlesen der Aufstellungen vergessen hatte.
„Das war mein bestes Spiel in diesem Jahr und ein wichtiger Schritt. Aber wir benötigen noch einige Punkte“, sagte Huntelaar. Mit dem überzeugenden Sieg nutzten die Schalker die Gunst der Stunde und festigten den vierten Tabellenplatz, der zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigt.
Gerüchte um Effenberg
Ob Jens Keller die Schalker in der kommenden Saison betreuen wird, ist aber weiterhin fraglich. Nach „Bild“-Informationen soll Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg Kandidat auf den Trainerposten sein. „Es ist noch nichts entschieden. Wir werden uns an Spekulationen nicht beteiligen“, sagte Sportdirektor Horst Heldt und nannte Effenberg „einen Trainer der Zukunft“. Der 44-jährige Ex-Profi wollte Verhandlungen weder dementieren noch bestätigen: „Ich beteilige mich generell nicht an Spekulationen. Natürlich ist es mein Ziel, als Trainer zu arbeiten.“
Auch den Kampf um Julian Draxler hat Schalke vorerst gewonnen. „Einige haben die Gerüchte für bare Münze genommen, das hat mich traurig gemacht. Ich kann ein für allemal versprechen, dass ich nicht für Borussia Dortmund spielen werde“, sagte der 19-Jährige, der noch einen Vertrag bis 2016 besitzt.
Im Mittelpunkt stand am Sonntagabend aber Huntelaar, der sich Anfang März eine Knieverletzung zugezogen hatte. Er bereitete zunächst den Ausgleich von Michel Bastos (10.) vor. Dann traf der 29-Jährige dreimal: erst mit dem Fuß zum 2:1 (21.), dann zweimal per Kopf (58. und 66.).
