Wolfsburg - Am Ende ärgerte sich der Hamburger SV über „zwei verlorene Punkte“ (Trainer Bert van Marwijk), der VfL Wolfsburg freute sich über ein „glückliches Remis“ (Torwart Diego Benaglio). Zum Auftakt des 14. Spieltags der Fußball-Bundesliga endete das sehr kampfbetonte Nordderby am Freitagabend 1:1 (1:1).

Die 1:0-Führung erzielte Hakan Calhanoglu (19. Minute) unter tatkräftiger Mithilfe von VfL-Torhüter Benaglio. Der Schweizer hatte sich beim Freistoß des Hamburger Spielmachers zuerst klar verschätzt, dann war der Ball von der Latte auf Benaglios Kopf und von dort ins Netz gesprungen.

„Ich war wohl ein Tick zu offensiv. Ich hatte mit dem Ball mehr in der Mitte gerechnet, wo die großen HSV-Spieler standen“, analysierte der Keeper: „Das war ein Schritt zu viel. Das Tor geht auf meine Kappe.“ Calhanoglu freute sich indes über seinen Treffer. „Ich wollte den Ball lang auf den zweiten Pfosten schießen“, sagte der 21-Jährige: „Ich hatte aber auch ein bisschen Glück.“

In der 31. Minute konnte Ricardo Rodriguez mit einem verwandelten Foulelfmeter für den VfL ausgleichen. Zuvor hatte Nationalspieler Heiko Westermann den Wolfsburger Daniel Caligiuri von den Beinen geholt. In der Schlussphase war der HSV bei einem Lattenschuss von Ivo Ilicevic (85.) dem zweiten Treffer deutlich näher als die Gastgeber. Die Wolfsburger blieben zwar zum sechsten Mal in Serie ungeschlagen, waren aber in den letzten Minuten vor 26 648 Zuschauern fast stehend k.o.

„Am Ende haben wir das Spiel zu 100 Prozent bestimmt und unglaubliche Chancen gehabt. Wenn man so spielt, muss man eigentlich gewinnen“, sagte ein verärgerter van Marwijk: „Entscheidend war das verpasste 2:0 in der ersten Halbzeit.“ Pierre-Michel Lasogga vergab in der 30. Minute die Riesenchance, die Führung auszubauen, im Gegenzug fiel der Ausgleich. „Hamburg hat immer mehr Druck ausgeübt. Wir müssen uns bei unserem Torwart und beim Aluminium bedanken, dass wir einen Punkt geholt haben“, sagte VfL-Spieler Maximilian Arnold.

Calhanoglu ersetzte den verletzten Rafael van der Vaart erneut gleichwertig. Auf regennassem Boden bemühten sich die Wolfsburger von Beginn an um druckvolles Spiel. Allen voran war der frühere HSV-Profi Ivica Olic ein ständiger Unruheherd.