Hamburg - Der Hamburger SV kommt der Zweiten Fußball-Bundesliga immer näher, Clubchef Carl Jarchow erwartet aber im Fall des Abstiegs zumindest keine Lizenzprobleme. „Wir sind der Überzeugung, dass wir auch die Lizenz für die 2. Liga bekommen würden“, erklärte der Vorstandsvorsitzende des Traditionsclubs am Montag in der Hansestadt.
Die nötigen Unterlagen für die 2. Liga seien fristgerecht zum 31. März bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) eingereicht worden, bestätigte er. Allerdings geht Jarchow weiter von der sportlichen Rettung aus: „Unser Ziel muss aber Platz 15 und der Verbleib in der 1. Liga sein.“
Medienberichte, wonach dem Verein angesichts der Verbindlichkeiten von knapp 100 Millionen Euro beim Abstieg die Insolvenz bevorstehe, bestätigte er nicht. Er räumte aber ein, dass der HSV als Zweitligist seinen Kader abspecken müsste, obwohl alle Profis auch Verträge für die 2. Liga haben. „Natürlich wäre der Etat in der 2. Liga geringer. Dann würde man sich sicherlich auch von dem einen oder anderen Spieler trennen müssen.“ Liquiditätsprobleme gibt es wohl deswegen nicht, weil dem HSV allein aus der 2013 ausgegebenen Fan-Anleihe 17,5 Millionen Euro für den Nachweis der Zahlungsfähigkeit zur Verfügung stehen.
Dass sich die sportliche Situation durch den Absturz auf den direkten Abstiegsrang 17 nochmals verschärft hat, ist auch den Profis klar. Kapitän Rafael van der Vaart sieht das Team daher in der Bringschuld. „Egal, wie wir gewinnen. Die Hauptsache ist, dass wir gewinnen“, sagte er mit Blick auf das Heimspiel am Freitag (20.30 Uhr) gegen Bayer Leverkusen. Auf Torjäger Pierre-Michel Lasogga müssen die Hamburger dann wohl verzichten. Zwar teilte der Verein nach einer medizinischen Untersuchung am Montag mit, dass sich der 22-Jährige am Sonntag beim 1:3 in Mönchengladbach keine neue Verletzung zugezogen habe. Lasogga laboriere an muskulären Problemen, ein Einsatz gegen Leverkusen sei aber nahezu ausgeschlossen.
Ferner gab der HSV bekannt, dass er im Sommer Ausrichter des Ligapokals sein wird. Neben dem Gastgeber werden am 26. und 27. Juli Bayern München, Borussia Mönchengladbach und ein noch nicht benannter weiterer Bundesligist an dem Vorbereitungsturnier teilnehmen. Ob die Hamburger dann überhaupt noch in der Ersten Bundesliga spielen, bleibt abzuwarten.
