Leverkusen/Hamburg - Nach dem missglückten Debüt von Peter Knäbel stellt Dietmar Beiersdorfer beim Hamburger SV die Charakterfrage. „Das war noch kein Überlebenskampf. Und ohne Überlebenskampf kann man eine Saison nicht überstehen“, sagte der Vorstandschef des Fußball-Bundesligisten über das 0:4-Debakel beim Champions-League-Aspiranten Bayer Leverkusen und kam zu der bitteren Erkenntnis: „Wenn wir uns so präsentieren, werden wir keine Chance haben, die Klasse zu halten.“
Auch unter dem vermeintlichen Retter Knäbel scheint Bundesliga-Dino Hamburger SV ein hoffnungsloser Fall zu sein, der sehenden Auges in die 2. Liga torkelt. „Schlimm ist, dass wir noch nicht einmal kämpfen. Ich weiß auch nicht, ob das am Druck liegt oder ob wir einfach nur Angst haben“, hatte HSV-Kapitän Johan Djourou nach der Partie festgestellt. Und auch für den eigentlichen Sportdirektor Knäbel war die Mentalität entscheidend für das Desaster: „Von der Einstellung war es nicht das, was man gegen Leverkusen zeigen muss.“
Knäbel kündigte bereits Konsequenzen für das Nordderby am Sonnabend (18.30 Uhr) gegen den Tabellenzweiten VfL Wolfsburg an. „Ich habe heute gesehen, auf wen ich mich verlassen kann und auf wen nicht“, sagte der 48-Jährige. Dabei verriet Knäbel lediglich, dass er gegen den VfL wieder auf Marcelo Diaz und Pierre-Michel Lasogga setzt, die mangels ausreichender Fitness in Leverkusen zunächst auf der Bank saßen. Gut eine Woche nach dem Wolfsburg-Spiel folgt dann das Derby bei Werder Bremen am Sonntag, 19. April (15.30 Uhr, Weserstadion).
Beiersdorfer sprach den Trainer Knäbel derweil von Fehlern frei. „Eine Mannschaft besser auf ein Spiel vorzubereiten, ist schwer möglich“, betonte er. Und versprach – auch als Auftrag an den Coach und Drohung an die Mannschaft zu verstehen: „Alle können sich darauf verlassen, dass wir alle Mittel ausreizen werden, am Sonnabend eine Mannschaft auf den Platz zu stellen, die um ihr Leben kämpft.“
Bei ihrer Generalprobe für das Pokal-Viertelfinale an diesem Mittwoch (20.30 Uhr/ARD) gegen Bayern München beließen es die haushoch überlegenen Gastgeber bei den Treffern von Gonzalo Castro (7. Minute, 63.) und Stefan Kießling (44., 56.), die ihrem früheren Mannschaftskollegen René Adler im HSV-Tor einen schlimmen Nachmittag bereiteten.
„Wir müssen nun schauen, dass wir das nötige Selbstvertrauen tanken. Ich werde ansprechen, was ich von den Spielern erwarte“, kündigte Knäbel an und machte dann noch gute Miene zum bösen Spiel: „Ich habe mich in meiner neuen Rolle sehr wohlgefühlt.“
