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NWZonline.de Sport Fußball

Fußball: HSV wischt Zweifel beiseite

17.05.2014

Hamburg Die Bundesliga-Zeit des Hamburger SV war schon nach dem ersten Relegationsspiel abgelaufen. Gut eine Stunde nach dem 0:0 gegen den Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth am Donnerstagabend blieb die digitale Bundesliga-Uhr im Stadion des „ewigen Fußball-Erstligisten“ stehen. Was zunächst nach einem höheren Zeichen aussah, stellte sich am nächsten Tag als Versehen heraus. Die Stadiontechniker hatten vergessen, am Abend die Zeitschaltuhr, die die Stromversorgung bis zum Morgen unterbricht, auszuschalten.

Der HSV steht nach dem schwachen Auftritt gegen die gut organisierten Franken mit den Schuhspitzen am Abgrund zur 2. Liga. „Es ist noch nix passiert“, protestierte Stürmer Pierre-Michel Lasogga, der blass blieb: „Wir sind voller Überzeugung, dass wir das Ding in Fürth ziehen.“

Bisher hatten die Hamburger in der schlechtesten von 51 Bundesliga-Serien Glück. Ob ihnen das im Relegationsrückspiel an diesem Sonntag (17 Uhr/ARD) in Fürth erneut hold ist, scheint fraglich. Die abwehr- und konterstarken Franken waren das bessere Team. „Der Ertrag war nicht so wie der Spielverlauf. Wir hätten mehr mitnehmen müssen“, stöhnte Fürths Trainer Frank Kramer. Sein Torjäger Ilir Azemi, an dem der HSV Interesse hat, fällte ein klares Urteil: „Ich bin überzeugt, dass wir aufsteigen.“

Vom unter die Haut gehenden Gesang Tausender HSV-Fans schienen die Gastgeber schwerere Beine als ohnehin schon bekommen zu haben. „Der Druck kommt hinzu, das macht es komplizierter“, gestand Marcell Jansen.

Beim HSV ist jedoch Zuversicht Pflicht. „Wir haben auswärts eigentlich immer getroffen. Warum sollten wir nicht in Fürth treffen?“, entgegnete Trainer Mirko Slomka trotzig. Der 46-jährige Coach ist darauf bedacht, bloß keine Zweifel aufkommen zu lassen. „Die Stimmung ist sehr kämpferisch“, berichtete Slomka über die Atmosphäre in der Kabine.

In Anbetracht der Auswärtsschwäche des HSV, der seit neun Partien auf des Gegners Platz nicht mehr gewann, ist Slomkas Optimismus schwer nachvollziehbar. Er selbst ist auswärts schon seit mehr als einem Jahr sieglos. Sein letzter Erfolg datiert aus dem April 2013. Gegner seiner damaligen Mannschaft Hannover 96: Greuther Fürth.

Einige HSV-Profis scheinen ihre klangvolleren Namen als Unterpfand für den Ligaverbleib anzusehen. Als Grund für die angebliche Überlegenheit des Bundesligisten nannte Lasogga „unsere Klasse: Ich glaube, dass wir auf jeder Position besser besetzt sind“. Wenn er sich da mal nicht täuscht. Auch Kapitän Rafael van der Vaart legt sich fest: „So ein schöner Verein gehört einfach in die Bundesliga.“

Für Torhüter René Adler ist die Saison indes beendet. Er wird im Rückspiel wie bereits am Donnerstag wegen Rückenproblemen ausfallen.

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