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INTERVIEW „Bei uns besteht Feierverbot“

Am Sonnabend (20 Uhr/ZDF) treffen die Frankfurter in Berlin auf Bayern München. Für Heribert Bruchhagen hat der Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga Priorität.

Von

Heinz Arndt

Frage:

Wie beurteilen Sie die Möglichkeiten der Eintracht im Pokalfinale?

Bruchhagen:

Wir sind Außenseiter. Aber das Schöne am Fußball ist, es kommen zigtausend Menschen, weil sie nicht wissen wie es letztlich ausgeht.

Frage:

Welche Möglichkeiten eröffnen das Pokalfinale und die Teilnahme am Uefa-Pokal 2006/2007 der Eintracht?

Bruchhagen:

Erst einmal ist es für das sportliche Renommee eines Vereins eine wunderbare Sache. Den Uefa-Pokal hatten wir in fünf Jahren ins Auge gefasst – und wir haben ihn jetzt schon erreicht. Darüber freuen wir uns mächtig. Wirtschaftlich ist es auch selbstverständlich von Vorteil, das hat aber nicht die Priorität.

Frage:

Wie beurteilen Sie Ihre Chancen im Kampf um den Klassenerhalt?

Bruchhagen:

Wir haben eine gute Ausgangsposition, da wir noch zwei Heimspiele und ein Auswärtsspiel haben. Wir haben vier Punkte Vorsprung gegenüber dem 1. FC Kaiserslautern, haben aber unser Ziel noch nicht erreicht.

Frage:

Besteht am Sonnabend, egal wie das Pokalfinale ausgeht, wirklich ein Feierverbot für Ihre Spieler?

Bruchhagen:

Exakt, wir haben alle angedachten Feierlichkeiten abgesagt. Es war – auch wenn wir verlieren – ein Empfang am Frankfurter Römer geplant. Auch der wird nicht stattfinden. Wir konzentrieren uns auf das Bundesliga-Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern am kommenden Mittwoch.

Frage:

Sie kritisierten jüngst die Verteilung der Fernsehgelder. Ist das kurz vor dem Pokalfinale ein taktisches Manöver, um die Bayern zu ärgern?

Bruchhagen:

Nein, mit der Entscheidung der Deutschen Fußball Liga ist das Thema erledigt. Wobei ich über die Entscheidung nicht erfreut bin.

Frage:

Ärgert es Sie, dass Sie bei dieser Diskussion keine Unterstützung von anderen Vereinen erhielten?

Bruchhagen:

Das hängt damit zusammen, dass vielfach die Manager den Konflikt mit den Bayern scheuen.

Frage:

Was war Ihr Ziel bei dieser Diskussion?

Bruchhagen:

Ich wollte verhindern, dass die Schere weiter geöffnet wird. Wenn 120 Millionen Euro mehr verteilt werden, bekommt derjenige, der bislang zehn Millionen bekommen hat, vier Millionen mehr, und der, der bislang zwei Millionen erhielt, bekommt 800 000 Euro, mehr. Ich will einfach nur, dass der sportliche Wettbewerb in der Bundesliga interessant bleibt. Das ist bei der jetzigen Verteilung nicht der Fall. Aus meiner Sicht ist das für die Bundesliga hochgradig gefährlich.

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