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INTERVIEW Simple Finanztheorie garantiert Lizenz

Die Bundesliga-Vereine suchen ständig nach neuen Einnahmequellen. Auch bei Werder würde man über den Verkauf der Namensrechte fürs Stadion nachdenken.

Von Otto-Ulrich Bals

und Heinz Arndt

Frage:

Der Name Werder Bremen steht für seriöses Wirtschaften in der Fußball-Bundesliga. Viele Vereine kränkeln offenbar. Was macht Werder besser als andere Clubs?

Born:

Ich kann nur für uns sprechen. Und für Werder Bremen gilt: Wir haben nichts verpfändet, wir haben die Zukunft nicht im Voraus verwertet. Alles was wir einnehmen, können wir deswegen wieder in den Fußball hineinstecken. Unser System ist so, dass wir, wenn wir nicht so erfolgreich spielen, auch weniger Prämien an unsere Spieler zahlen. So lassen sich automatisch Einnahmeneinbußen ausgleichen. Diese Handhabe gibt uns die Garantie, auch im nächsten Jahr wieder die Lizenz zu bekommen.

Frage:

Dennoch: Das Geld in der Liga wird knapp. Die Vereine suchen ständig nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten. Nun will auch Schalke 04 den Stadionnamen versilbern. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?

Born:

Also grundsätzlich, rein volkswirtschaftlich betrachtet, ist die Vermietung des Stadionnamens eine gute Sache. Man vermietet etwas und bekommt für einen gewissen Zeitraum eine fixe Summe dafür. Das ist erst einmal kein Risiko für einen Verein. Probleme sehen ich aber bei Anleihe- oder Kreditgeschäften. Nimmt etwa ein Verein einen Kredit für eine Spielerverpflichtung auf, passiert doch irgendwann folgendes: Der Spieler zieht nach drei Jahren ablösefrei weiter, und der Verein zahlt womöglich noch zehn Jahre lang die Zinsen für den Kredit ab. Das ist kein Geschäft für mich.

Frage:

Heißt das, Sie denken auch in Bremen über den Verkauf der Namensrechte nach?

Born:

Wir machen uns selbstverständlich auch darüber Gedanken. Wir würden uns mit jedem Interessenten unterhalten, müssen aber auch mit unseren Fans sprechen, die großen Wert darauf legen, den Namen Weserstadion in irgendeiner Weise zu erhalten. Wenn wir aber nachweisen können, dass wir wirklich einmal vorübergehend in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten könnten, dann wissen wir, dass unsere Fans uns möglicherweise ein Signal geben, auch über so eine Möglichkeit zu sprechen.

Frage:

Eine der wichtigsten Einnahmequellen ist das Fernsehen. Nun fordert die Liga eine Erhöhung der TV-Gelder. Wo soll das hinführen?

Born:

Also, Fußball ist auch Showgeschäft. Und ich glaube, dass wir umdenken müssen. Das meiste Geld bekommt die Liga nun mal vom Pay-TV, also von Premiere. Dass auch der Sender daraus Ansprüche ableitet, liegt in der Natur der Sache. Umgekehrt hinken wir in Deutschland hinterher: Ich finde, wir müssen da mitziehen, und die Box kaufen. Für andere Showveranstaltungen zahlen wir ja auch. In England zum Beispiel fließen wesentlich höhere Einnahmen aus dem Bezahlfernsehen. Dadurch entsteht uns ein echter Wettbewerbsnachteil.
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