Der Deutsche Handball-Bund kommt ohne öffentliche Mittel aus. Die WM 2007 in Deutschland bringt 92 Spiele.
Von Otto-Ulrich Bals
Frage:
Herr Strombach, 50 Tage vor dem WM-Start der deutschen Mannschaft am 19. Januar in Berlin gegen Brasilien: Wie ist der Stand der Vorbereitung?Strombach:
Wir befinden uns in einem Vorbereitungsstadium wie es besser nicht sein könnte. Die zwölf WM-Hallen liegen seit über einem Jahr fest. Inzwischen sind schon weit über 200 000 der 300 000 Tickets verkauft worden.Frage:
Dann können Sie ja ganz zufrieden sein. Fehlt nur noch der WM-Sieg der deutschen Mannschaft . . .Strombach:
Ich bin sogar sehr zufrieden – und davon überzeugt, dass unsere Mannschaft eine sehr gute WM spielt.Frage:
Die letzte Männer-WM in Deutschland hat vor 25 Jahren stattgefunden. Was macht die WM 2007 sonst noch so besonders?Strombach:
Zunächst einmal: Alle sprechen noch immer von der Fußball-WM, dem Sommermärchen. Doch die meisten verkennen, dass die Handball-WM 2007 nicht kleiner, sondern sogar größer als die der Fußballer wird.Frage:
Das müssen Sie erklären.Strombach:
Nun, bei der Handball-WM werden 92 Spiele in nur 16 Tagen absolviert. Im Fußball wurden im Sommer keine 70 WM-Spiele in 31 Tagen gespielt. Von daher ist der Organisationsaufwand für uns als Verband viel größer als im Fußball. Zudem haben wir als Deutscher Handball-Bund die Verträge mit den WM-Hallen gemacht. Im Fußball hatte die Fifa die Stadien direkt unter ihre Fittiche genommen. Auch diese Vertragslage erhöht den organisatorischen Aufwand noch einmal.Frage:
Sei‘s drum: Die Fußball-WM war ein Riesenerfolg. Da fragt keiner mehr, wer hat das alles organisiert?Strombach:
Die Handball-WM wird auch ein Riesenerfolg. Aber sehen Sie – und das macht mich stolz: 2006 gab es auch noch zwei hervorragende Weltmeisterschaften im Feldhockey und im Reiten in Deutschland. Dort sind große Gelder ausgegeben worden. Die aber stehen uns nicht zur Verfügung, denn der DHB nutzt für die Männer-WM nicht einen einzigen Euro an öffentlichen Mitteln. Wir stellen diese WM ganz alleine auf die Beine.Frage:
Und was kostet nun die Handball-WM 2007 in Deutschland?Strombach:
Unser Etat liegt deutlich unter zehn Millionen Euro. Hier nur noch einmal zum Vergleich: Die WM 1997 in Japan schlug mit einem Etat zwischen 30 und 35 Millionen Dollar zu Buche. Und auch beim Turnier in Ägypten 1999 wurde ein gewaltiger Etat aufgestellt.Frage:
Organisatorisch und wirtschaftlich haben Sie demnach alles im Griff, sportlich soll es Bundestrainer Heiner Brand mit seiner Mannschaft richten. Aber was macht Sie so sicher, dass die WM den Handball in Deutschland nachhaltig nach vorne bringt?Strombach:
Wir haben die richtigen Hallen ausgewählt, hervorragende Sponsoren gefunden und der WM ein tolles Rahmenprogramm mit einem Ärztekongress, einem Jugendcamp und einem internationalen Trainersymposium gegeben. Und, das haben alle Erhebungen und jüngsten Umfragen erst gezeigt: Der Handball gilt als zweitbeliebteste Sportart in Deutschland, und zwar mit großem Abstand zu anderen Sportarten.Frage:
Dann dürfen Sie ja mit besten Einschaltquoten im Januar/Februar rechnen.Strombach:
Das tue ich auch. Bei den Olympischen Spielen in Athen 2004 lag der Handball beim TV-Ranking hinter Schwimmen und Leichtathletik an dritter Stelle. Besser noch: Keine andere Veranstaltung als das Männer-Finale zwischen Kroatien und Deutschland in Athen konnte eine höhere Einschaltquote aufweisen.Infos www.handball-wm-2007.de
Tickets für WM-Spielort Bremen unter www.nwzticketshop.de
