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NWZonline.de Sport Fußball

Public Viewing: Isländer bejubeln Sieger der Herzen

05.07.2016

Reykjavik Das Denkmal von Ingolfur Arnason, dem Gründer der isländischen Hauptstadt Reykjavik, hatte am Sonntagabend schwer zu tragen: Zehntausende Isländer haben sich auf dem Hügel Arnarhóll mitten in der Innenstadt Reykjaviks eingefunden, um das Viertelfinale ihres Fußball-Teams bei der Europameisterschaft gegen Gastgeber Frankreich auf der großen Leinwand zu sehen.

So viele Isländer kommen sonst nur auf einem Fleck zusammen, um gegen die Regierung zu demonstrieren – Fußball verbindet eben.

Den besten Platz, mit bester Sicht auf die Leinwand, sichern sich ein paar Fans, die sich auf den Sockel der Statue setzen. Und sogar auf Ingolfur Arnasons Schulter klettert einer. Nur Arnasons linke Hand und die Spitze des Speeres, den er hält, gucken noch so richtig oben aus dem blauen Flaggenmeer heraus, das ansonsten den ganzen Platz bedeckt.

Auch viele Touristen haben sich mit isländischen Flaggen und Trikots ausgestattet – aus spontaner Solidarität. Wie gesagt: Fußball verbindet.

Das Public Viewing ist nach dem ersten Sieg Islands bei einer EM gegen Österreich (2:1) im dritten Vorrundenspiel auf die Wiese vor dem Denkmal verlegt worden, weil der zentrale Marktplatz zu klein für die vielen Fans geworden ist.

Die Stimmung vor dem Spiel ist gut – natürlich. Die Menschen schwenken Fahnen und feuern ihre Mannschaft an. Wikinger klatschen rhythmisch in die Hände, und fast alle machen mit. Laute „Hú“-Rufe schallen über das Gelände – was einen Gänsehaut bekommen lässt.

Und das ändert sich auch nicht, als das Team in Rückstand gerät. Nach der ersten Halbzeit – Island liegt bereits mit 0:4 zurück – sind zwar einige traurige, aber auch jede Menge fröhliche Gesichter zu sehen. Die Anhänger auf dem Fanfest in Reykjavik geben die Hoffnung nicht auf – wie die Spieler im Stade de France in Saint-Denis.

Die beiden Tore der Isländer Kolbeinn Sigthorsson und Birkir Bjarnason in der zweiten Halbzeit werden lautstark gefeiert, obwohl zu diesem Zeitpunkt jedem klar ist, dass die Mannschaft das Aus nicht mehr abwenden kann.

Am Ende gewinnen die Franzosen mit 5:2. Die EM ist für Island vorbei – doch den Kopf lässt in Reykjavik trotzdem keiner hängen. Die Laune der Menschen ist nach wie vor gut, natürlich. Die Fans feiern ihre Mannschaft, denn – und da sind sich alle einig: Island verlässt die EM als Sieger der Herzen. Der Turnier-Debütant aus dem 330 000-Einwohner-Land hat mit seinem leidenschaftlichen Fußball gezeigt, dass auch kleine Nationen Großes erreichen können.

Die Anhänger auf dem Arnarhóll sind stolz auf ihre Spieler, auch wenn sie gegen Frankreich nicht gut aussahen. Das sagt mir jeder Isländer, dem ich hier begegne. Die Europameisterschaft hat das Land vereint.

Das nächste Ziel ist klar: die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Es wäre allen zu wünschen, denn die Isländer haben Spaß gemacht und waren ganz sicher eine Bereicherung für das Turnier in Frankreich und den europäischen Fußball.

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