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NWZonline.de Sport Fußball

Nischensender überträgt seit 25 Jahren

05.01.2018

Ismaning Das Jubiläumsjahr begann mit Rekordzahlen. Die Übertragungen der Darts-Weltmeisterschaft bescherten Sport 1 Zuschauerzahlen weit über dem Durchschnitt – das ist typisch für das einstige Deutsche Sportfernsehen (DSF). Zwischen den großen Sendern mit hohen Etats für Sportrechte hat sich der Spartensender trotz vieler Rückschläge seinen Platz auf dem deutschen TV-Markt gesichert.

Der im Januar 1993 als Tele5-Nachfolger gestartete und 2010 umbenannte Sender hat in der Nische überlebt. Dennoch gilt, was der damalige DSF-Geschäftsführer Stefan Ziffzer bereits zum zehnjährigen Bestehen sagte: „Der Versuch, mit den Großen mitzuspielen, ist gescheitert.“ Damals stand das von Leo Kirch gegründete Sportfernsehen vor der Pleite.

Inzwischen gehört Sport 1 zur Constantin Medien AG und bezeichnet sich selbst in schönstem Marketing-Deutsch als „Deutschlands führende 360°-Sportplattform“. Kern ist der frei zu empfangende TV-Sender mit seiner berühmtesten Sendung – dem „Doppelpass“.

In der Talkrunde mit Moderator Thomas Helmer, dem Nachfolger von Rudi Brückner und Jörg Wontorra, wird an diesem Sonntag das Jubiläum gefeiert. Der seit 1995 ausgestrahlte „Doppelpass“ gehört zu den Konstanten eines Programms, das durch die Veränderungen auf dem Markt für Sportrechte geprägt ist.

Neben den großen Sendern wie ARD, ZDF und RTL sowie dem Pay-TV-Anbieter Sky erwuchs zuletzt weitere Konkurrenz durch den Streamingdienst DAZN und die Telekom, die inzwischen Basketball, Eishockey und Drittliga-Fußball überträgt. Wie schwer es Sport1 hat, zeigt auch der Verlust des Montagsspiels der 2. Fußball-Bundesliga.

Fast 24 Jahre lang gehörte die Live-Übertragung zum Programm. „Dass wir die Zweite Bundesliga verloren haben, tut weh“, sagte Geschäftsführer Olaf Schröder zum Ende der Traditions-Sendung im vergangenen Mai. Auch andere attraktive Rechte verlor Sport 1 zuletzt, etwa die Handball-Bundesliga und die Europa League von der kommenden Saison an.

Der Fernsehsender muss immer wieder nach Ersatz und neuen Nischen wie vor Jahren Darts oder Poker suchen. So setzt der Sender seit einiger Zeit vermehrt auf Regionalliga-Fußball. Dafür hat die Sport 1 GmbH nach eigenen Angaben mit vier regionalen Fußballverbänden Verträge bis zur Saison 2020/2021 abgeschlossen.

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