ISTANBUL - Nach Platzverweis und Geldstrafe scheinen seine Tage am Bosporus gezählt. In der Winterpause will er wechseln.
von Ismail Tipi
ISTANBUL - Die Tage von Ailton am Bosporus sind gezählt. Im Sommer noch obenauf und bei seiner Ankunft buchstäblich auf Händen getragen, ist der Brasilianer bei Besiktas Istanbul längst unten durch. Schlechte Leistungen und die jüngste Disziplinlosigkeit, ein Platzverweis nach einem Tritt in den Unterleib seines Gegenspielers und die vom ehemaligen türkischen Fußball-Meister verhängte Geldstrafe von umgerechnet 90 000 Euro haben das Fass offenbar zum Überlaufen gebracht.Aus Kreisen der Club-Führung sickerte durch, dass man dem exzentrischen Tor-jäger nach dem Uefa-Cup-Gruppenspiel am Donnerstag gegen Zenit St. Petersburg eröffnen will, sich einen neuen Arbeitgeber zu suchen.
Im Bannkreis des Traditi-onsclubs ist man längst der Überzeugung, dass Ailton seinen Abgang mit der Roten Karte in der 24. Minute des Gastspiels am Sonnabend bei Sivasspor (3:1) provoziert hat. Der frühere Torjäger von Werder Bremen und Schalke 04 hatte seinen am Boden liegenden Gegenspieler Cem Karaca (einst FC St. Pauli) vor den Augen des Schiedsrichters mit Absicht zwischen die Beine getreten.
„So dumm kann doch niemand sein, so etwas vor den Augen des Schiedsrichters zu tun. Das ist nicht zu ent-schuldigen und eines Spielers von Besiktas unwürdig. Er ist ohnehin ein ständiger Unruheherd in der Mannschaft“, kritisierte Mehmet Eksi, Chef der Verwaltungsrates. Da für Besiktas bis zur Winterpause nur noch drei Spiele auf dem Programm stehen, ist die Ära Ailton wegen der Sperre in der Süper Lig wohl beendet.
Es liegt auf der Hand, dass man Ailton unterstellt, er wolle sich Freiräume für Verhandlungen zur Rückkehr nach Deutschland schaffen. Schon seit Wochen macht der 32-Jährige keinen Hehl aus seinen Plänen. Allzu gern würde er bei Borussia Dortmund anheuern, die nach den Kreuzbandrissen von Jan Koller und Lars Ricken für die Rückrunde dringend einen Stürmer suchen.
BVB-Geschäfts-führer Hans-
Joachim Watzke sagte al-lerdings, einen Kontakt zum Spieler oder dessen Berater gebe es noch nicht.
