NWZ
-Redakteur betrachtet Bundestrainer Joachim Löws vorläufigen WM-Kader mit einem Augenzwinkern.Bundestrainer Joachim Löw hat seinen vorläufigen WM-Kader benannt. Und der akribische Fußball-Lehrer hat wieder einmal versucht, bei seiner Auswahl alle wichtigen Aspekte zu bedenken – und hat dabei doch eines vergessen. An der Börse und im Fußball ist alles Psychologie. Das Spiel wird zumeist schon vor dem Anpfiff entschieden, man muss dem Gegner nur ein wenig Angst machen.
Und da kommen wir schon zum Kern des Problems: Der stets freundliche und zurückhaltende Löw hat eine Truppe lieber Jungs nominiert. Da spielt der Schweini (Bastian Schweinsteiger) mit dem Poldi (Lukas Podolski), und der Jogi (Joachim Löw) freut sich. Aber wem soll das Respekt einflößen? Da denkt man nicht an eine kernige Truppe, sondern an einen Streichelzoo. Da macht sich der Gegner nicht in die Hose, sondern packt Möhrchen und Zuckerstückchen ein.
Dabei braucht man, wenn man auf Pitbull (Wayne Rooney), Bravehart (Gennaro Gattuso) und den Jäger (Klaas-Jan Huntelaar) trifft, doch den einen oder anderen Eisenfuß im Team. Kerle wie Torsten Frings, die ihren Gegenspieler prophylaktisch schon mal im Kabinengang umgrätschen. Oder zumindest Typen wie die ehemaligen Nationalspieler Horst Hrubesch und Hans-Peter Briegel. Erstgenannter wurde als Kopfballungeheuer berühmt, Briegel spielte grundsätzlich ohne Schienbeinschoner. Das hat den Gegner beeindruckt – und natürlich der ein oder andere böse Blick vorm Spiel. Lukas Podolski und Marko Marin sehen dagegen vor dem Anpfiff aus wie im Regen vergessene Welpen. Da fehlt einfach die nötige Aggressivität. Diese Spieler brauchen offensichtlich mehr Pfeffer.
Jetzt kann nur noch einer helfen. Nein, nicht der schwäbelnde Jogi. Wenn einer einen Dialekt spricht, dessen schlimmste Schimpfwörter Dibbl (Dummkopf) und Dubbl (Idiot) sind, ist er nicht geeignet, dass Aggressionspotenzial der Mannschaft frei zu legen.
Nein, da muss ein Mann ran, der schon die Frage nach der Uhrzeit als ungeheure Provokation auffasst: der Wurst-Waren-Wüterich. Ja, die Spieler müssen zum Hoeneß Uli nach München – zum Anti-Antiaggressionstraining.
Dort lernen die deutschen Nationalspieler, wie man das gesamte Blut des Körpers innerhalb einer Sekunde in seinen Kopf pumpt. Den bösen Blick gibts gratis dazu. Derart ausgebildet werden sich Jogis Löwen schon Respekt verschaffen. Dann macht sogar Schweini den Pitbull zur Sau.
