Bremen - Das Nordderby im Kopf, die Bilder aus Dortmund vor den Augen. Die Ereignisse rund um das Champions-League-Viertelfinale zwischen Borussia Dortmund und AS Monaco beschäftigen natürlich auch die Spieler der Fußball-Bundesligisten Werder Bremen und Hamburger SV. „Es ist das richtige Zeichen, nach vorne zu schauen. Wir müssen einfach über diesen Dingen stehen“, sagte Werders Zlatko Junuzovic zur schnellen Neuansetzung der Partie in Dortmund.

Die Geschehnisse seien zwar „etwas beunruhigend, es geht einem sehr nahe“. Aber: „Ich habe keine Angst, und ich will auch keine Angst haben. Wir dürfen uns den Spaß am Leben nicht durch so eine feige Aktion nehmen lassen“, sagte Junuzovic.

Mit Blick auf das Nordderby an diesem Ostersonntag (15.30 Uhr, Weserstadion) gegen den HSV hat Junuzovic keine zusätzlichen Bedenken. „Wir lassen uns unser Derby nicht nehmen“, sagte der 29-Jährige: „Ich habe keine Angst vor dem Wochenende.“

Die Polizei rechnet rund um die Begegnung mit etwa 600 gewaltbereiten Fans. Die Partie werde von den Behörden aufgrund der großen Rivalität beider Clubs und den Erfahrungen aus den vergangenen Jahren als Hochrisikospiel eingestuft, teilten die Ordnungshüter per Pressemitteilung mit.

Zur Verhinderung von Gewalttaten und sonstiger Störungen herrscht im Rahmen des Nordderbys zudem ein Fanmarschverbot, der Konsum von Alkohol ist in den Zügen der Gesellschaft Metronom verboten. Auch das Mitführen von Glasflaschen und Dosen, pyrotechnischen Erzeugnissen und Vermummungsutensilien sei untersagt. Bei Spielen zwischen Werder und dem HSV kam es in der Vergangenheit immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Der aus Buxtehude stammende Werder-Coach Alexander Nouri betonte in einem Interview mit der „Hamburger Morgenpost“, dass das Nordderby für ihn etwas „ganz Besonderes“ sei. Es gehe dabei jedoch weniger um die Historie als um die aktuelle Brisanz: „Beide Teams kämpfen noch um den Klassenerhalt. Außerdem wollen wir am Ende der Saison unbedingt vor dem HSV liegen.“ Im Hinspiel hatte es ein 2:2 gegeben.

Vor dem Rivalen von der Elbe mit dem formstarken Ex-Werder-Profi Aaron Hunt hat der Bremer Coach durchaus Respekt. „Er ist in einer sehr guten Verfassung und bringt eine unheimlich große Qualität mit. Aber das gilt zurzeit für die gesamte Mannschaft des HSV.“ Dennoch ist Nouri überzeugt, das Spiel gewinnen zu können: „Wer daran zweifelt, kann auch direkt auf der Couch bleiben.“

Lars Blancke
Lars Blancke Sportredaktion