KAISERSLAUTERN - KAISERSLAUTERN/SID - Kurt Jara hatte die Rolle des Sündenbocks in der Pfalz satt: Fußball-Bundesligist 1. FC Kaiserslautern und der österreichische Trainer vollzogen gestern die überraschende Trennung. Der FCK bezeichnete die Entscheidung als „einvernehmliche Lösung“. Nachfolger des 54-Jährigen wird der bisherige Amateurtrainer Hans-Werner Moser, der die „Roten Teufel“ als Interimscoach bis zum Saisonende betreuen soll.
Jara hatte Clubchef Rene Jäggi gestern Mittag darüber informiert, dass er seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern werde. In einem Gespräch der beiden fiel dann kurz darauf die Entscheidung, sich sofort zu trennen. Jäggi machte daraufhin klar, dass der FCK für die kommende Saison einen neuen Coach verpflichten werde.
Wer dieses sein wird, scheint derzeit völlig offen. Als Jara im Oktober vergangenen Jahres schon kurz vor der Entlassung stand, wurde Werner Lorant als Kandidat gehandelt. Ex-Profi Mario Basler hatte sich zuletzt selbst angeboten. Möglich ist auch eine Verpflichtung der früheren Lauterer Publikumslieblinge Klaus Toppmöller (zuletzt Hamburger SV) und Bruno Labbadia (derzeit Trainer beim Regionalligisten Darmstadt 98).
Jara, der am 3. Februar des vergangenen Jahres das Amt von Erik Gerets übernahm und die Pfälzer in der vergangenen Saison vor dem Abstieg bewahrte, hatte die ständigen Anfeindungen von Seiten der Fans gegen seine Person satt. Obwohl die Lauterer sich nach einem schwachen Start im Tabellen-Mittelfeld etabliert hatten, sah sich der Österreicher nach der 0:2-Niederlage am Sonnabend im Punktspiel gegen Hannover 96 erneut mit „Jara raus“-Rufen von den Rängen konfrontiert.
„Ich hatte mich dazu entschlossen, dass vom FCK unterbreitete, auch in finanzieller Hinsicht faire Angebot, nicht anzunehmen. Es gibt verschiedene Aspekte, die ein Arbeiten in der Form, die mir vorschwebt, in der Zukunft nicht möglich machen“, begründete der in der Pfalz unbeliebte Jara, der unter der Verehrung seines Vorgängers Gerets litt, seinen vorzeitigen Abschied.
