KAPSTADT - Englands Traum vom ersten WM-Titel seit 1966 gerät immer mehr in Gefahr: Am Freitagabend kam die Mannschaft von Trainer Fabio Capello nicht über ein 0:0 gegen Außenseiter Algerien hinaus. Nach dem zweiten Remis im zweiten Gruppenspiel droht nun sogar das Vorrunden-Aus.

Fabio Capello hatte sich zu einem Wechsel auf der Torwart-Position entschlossen. Nach dem kapitalen Patzer von Schlussmann Robert Green im Auftaktspiel gegen die USA (1:1) brachte der Italiener den 39-jährigen David James vom FC Portsmouth. Auch bei den Nordafrikanern stand in Rais M’bolhi der ursprüngliche Ersatzkeeper zwischen den Pfosten, nachdem Fawzi Chaouchi beim 0:1 gegen Slowenien ebenfalls ein folgenschwerer Fehler unterlaufen war.

Im mit 64  100 Zuschauern ausverkauften Green-Point-Stadion, darunter mehr als 30  000 englische Fans sowie die Prinzen William und Harry, rissen die „Three Lions“ das Spiel früh an sich, ohne zunächst jedoch zu klaren Torchancen zu kommen. Bis zum gegnerischen Strafraum agierte der Favorit durchaus gefällig. Der entscheidende Pass in die Spitze blieb anfänglich allerdings aus.

Stattdessen drängten die Algerier nach einer verhaltenen Anfangsviertelstunde zunehmend Richtung englisches Tor. James musste zwischen der 17. und der 24. Minute gleich dreimal eingreifen.

Nach einer halben Stunde dann die ersten nennenswerten Chancen der Engländer: Den Distanzschuss von Steven Gerrard (30.), den Versuch von Frank Lampard (33.) sowie den Schuss von Wayne Rooney (43.) parierte M’bolhi aber problemlos.

Nach dem Seitenwechsel bestimmte überraschenderweise zunächst Algerien die Partie. Karim Zani und Karim Matmour von Borussia Mönchengladbach stießen immer wieder durch die englische Abwehr. Ein 30-Meter-Freistoß des Bochumers Anthar Yahia (58.) ging knapp vorbei.

Erst spät kamen die Engländer zu guten Chancen. Einen Schuss von Emile Heskey kratzte Halliche von der Linie (70.) Sekunden später scheiterte Gerrard an M’bolhi.

Bereits Stunden vor dem Spiel hatten Zehntausende englische Fans die Innenstadt der Kap-Metropole bevölkert. Rund um die zentrale Long Street sowie das angrenzende Fan-Fest hatten die Schlachtenbummler von der Insel bei Sonnenschein und milden Temperaturen die Vorrundenniederlage von Erzfeind Deutschland gegen Serbien (0:1) gefeiert. Zu Ausschreitungen kam es dabei nicht.