KARLSRUHE - Für Maik Franz dürfte die viele Arbeit der vergangenen Monate umsonst gewesen sein. Immer wieder hatte der Verteidiger des Fußball-Bundesligisten Karlsruher SC versucht, sein Image als Raubein und Treter zu ändern. Im ZDF-Sportstudio sammelte er jüngst Pluspunkte, als er sich glaubwürdig als netter Junge von nebenan gab – bei seinem Ausraster im Bundesliga-Spiel gegen Schalke 04 (0:3) am Dienstagabend zeigte sich allerdings wieder der andere Maik Franz.
In der 56. Minute gestikulierte der 27-Jährige derart wild in Richtung Publikum und Schalker Ersatzbank, dass es Schiedsrichter Herbert Fandel (Kyllburg) zu bunt wurde. „Ich kann auf dem Platz versuchen, Emotionen zu verstehen. Hier aber war es über der Grenze“, erklärte Fandel die Gelb-Rote Karte für Franz, der nach dem fünften Platzverweis seiner Bundesliga-Karriere wutschnaubend gegen einen Plastikstuhl trat.
Eigentlich hätte Franz, der nach dem Feldverweis nur durch den Vierten Offiziellen davon abgehalten werden konnte, auf Schalkes Trainer Fred Rutten und dessen Assistenten Youri Mulder loszugehen, schon kurz zuvor nach einer Attacke gegen den Peruaner Jefferson Farfan Rot sehen müssen. „Er wollte die Zuschauer noch einmal mobilisieren, doch Schiedsrichter Fandel hat dies als Provokation der Schalker Bank ausgelegt“, beschrieb KSC-Trainer Edmund Becker das Geschehen. Becker hatte zu Saisonbeginn versucht, Franz‘ Verantwortungsbewusstsein zu stärken, indem er ihm das Kapitänsamt übertrug.
Nach dem Schalke-Spiel entschuldigte sich der Sünder bei Fandel reumütig für seinen Ausraster. Teamkollege Christian Eichner, der Franz beim schweren Auswärtsspiel in Hoffenheim am Sonnabend als Kapitän vertreten wird, meinte voller Verständnis: „Das ist Maik. So liebe ich ihn, so brauche ich ihn und so braucht auch die Mannschaft ihn. Punkt.“
Mario Gomez vom VfB Stuttgart hatte zu Beginn des Jahres die Kritik an Franz und seiner harten Spielweise ins Rollen gebracht. Mit Kraftausdrücken beschrieb Gomez damals, was er vom Karlsruher halte – später entschuldigte sich der Nationalstürmer zwar für die Wortwahl, nicht aber für die grundsätzliche Kritik.
