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NWZonline.de Sport Fußball

Karriereende setzt Kappes immer noch zu

07.01.2014

Bremen Sein Lächeln im gewohnt braun gebrannten aber mittlerweile deutlich fülligeren Gesicht strahlt wie eh und je. Doch wenn es um das Thema Radsport geht, kann es die Melancholie, die Andreas Kappes dann überfällt, nicht übertünchen. „Dann kommt das Gefühl zurück, dass man eigentlich nicht aufhören wollte“, sagt der heute 48-jährige gebürtige Bremer.

Unter Verdacht

Nach einem positiven Dopingtest wurde Andreas Kappes 1997 der deutsche Meistertitel im Punktefahren aberkannt. Er wurde außerdem für sechs Monate gesperrt. Kappes kam nach einer Kontrolle während der deutschen Bahnmeisterschaft im Juli 2000 erneut wegen eines erhöhten Nandrolonspiegels kurzzeitig in den Verdacht gedopt zu haben. Im Dezember 2000 sprach ihn das Sportgericht des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) von den Vorwürfen frei. Der Nandrolongehalt im Blut konnte auf zulässige Nahrungsergänzung zurückgeführt werden.

2008 beendete Kappes nach 21 Jahren als Radprofi seine Karriere. Seine größten Erfolge feierte der Sohn der Berliner Radsportlegende Werner Kappes auf der Sechstage-Bahn. Von 115 Rennen gewann er 24 und triumphierte alleine auf seiner Heimbahn in der Bremer Stadthalle sechsmal (1989, 1991, 1992, 1994, 1997, 2000).

Sein schönster Sieg? „Der von 1994 an der Seite des Australiers Danny Clark“, sagt Kappes. Und warum ausgerechnet dieser? „Weil wir diesen Sieg unbedingt erreichen wollten“, erinnert sich der in Köln lebende Ex-Profi: „Wir hatten vor dem Rennen nichts abgesprochen. Und dennoch setzten wir uns gegen die junge, aufstrebende Konkurrenz wie zum Beispiel Bruno Risi und Kurt Betschart durch“, erinnert sich der einstige Lokalmatador lebhaft.

Dass er sein Handwerk immer noch beherrscht, will Kappes an diesem Freitag (22.25 Uhr) bei den 50. Bremer Sixdays (9. bis 14. Januar) in einem Oldie-Rennen beweisen. Auch wenn der einst drahtige und austrainierte Radfahrer mittlerweile eher dem eben erst zurückgetretenen ehemaligen Werder-Fußballer Ailton ähnelt, hat er seinen Biss nicht verloren. „Ich will mich unbedingt zeigen und etwas zum 50. Jubiläum beitragen“, sagt Kappes: „Deshalb mache ich mit – egal, ob ich hinten oder vorne fahre.“

Auch die deutschen Idole Gregor Braun (58) und Dietrich Thurau (59), der Australiern Danny Clark (62) und der Italiener Silvio Martinello (50) fahren in dem Derny-Rennen über 50 Runden auf der 166 Meter langen Holzbahn in der ÖVB-Arena um den Sieg. Mit dabei ist zudem Jimmi Madsen. „Mein Sieg in Bremen war 1998 und ist nun 20 Kilo her“, scherzte der 45-jährige Däne in einem Video über sein Übergewicht: „Deshalb fange ich schnell an zu trainieren.“

Kappes hat sein Rad derweil längst in die Ecke gestellt. Nach seinem Karriereende fiel er in ein tiefes Loch und durchlebte eine schwere Zeit. Seine Ehe scheiterte, das Geld hatte er aufgebraucht. Er verdiente als Fensterputzer seinen Unterhalt: „Das war eine harte Zeit.“ 2010 gelang Kappes die Rückkehr in den Sport und fasste beruflich wieder Fuß. Er arbeitete bei einer Firma, die Trainings-Kontrollsysteme herstellt. Außerdem fungiert er als Berater von jungen Radsportlern in Trainingslagern und Rennen.

Das Bremer Publikum freut sich indes auf seinen Liebling. 1987 wurde Kappes in Bremen zum freundlichsten Sechstagefahrer gewählt. „Daran kann ich mich kaum erinnern“, sagt er – und setzt sein strahlendstes Lächeln auf.

Olaf Ulbrich
Redaktionsleitung Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2501

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