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NWZonline.de Sport Fußball

Kaum Hoffnung auf ein Wolfsburg-Wunder

23.04.2015

Neapel Ohne Topscorer Kevin de Bruyne, ohne Weltmeister André Schürrle, ohne Flügelspieler Vieirinha - also auch ohne Chance auf das Fußball-Wunder am Vesuv? Der VfL Wolfsburg will zwar auch ohne seine verletzten Leistungsträger die „Mission Impossible“ beim SSC Neapel angehen. Doch realistisch betrachtet geht es für den Bundesliga-Zweiten im Viertelfinal-Rückspiel am Donnerstag (21.05 Uhr/Sky und kabel eins) nur noch darum, sich anständig aus der Europa League zu verabschieden.

Die 1:4-Heimpleite vor einer Woche ist eine gewaltige Hypothek, die auch mit de Bruyne, Schürrle und Vieirinha in Topform nur schwer zu tilgen gewesen wäre. Jetzt fehlen die drei Schlüsselspieler auch noch.

„Es macht keinen Sinn, sie mitzunehmen“, sagte VfL-Trainer Dieter Hecking über Schürrle und de Bruyne und räumte mit dem Verdacht auf, seine Stars für das kommende Bundesliga-Spitzenspiel am Sonntag bei Borussia Mönchengladbach zu schonen: „Beide hätten auch nicht gespielt, wenn es ein Endspiel gewesen wäre.“ Am Mittwoch meldete sich dann noch Vieirinha mit Schüttelfrost ab. Dafür rückte Patrick Ochs in den Kader.

Vor allem das Fehlen von de Bruyne schmerzt. Der Belgier spielt die Saison seines Lebens, fast alle Angriffe der Wölfe laufen über Europas besten Vorbereiter. Aber auch ohne seinen Spiritus rector will sich Wolfsburg zumindest für die Hinspiel-Pleite revanchieren. „Wir wollen zeigen, dass das ein Ausreißer nach unten war“, sagte Kapitän Diego Benaglio.

VfL-Geschäftsführer Klaus Allofs, der als früherer Spieler und Manager von Werder Bremen mit spektakulären Aufholjagden gut vertraut ist, forderte trotz der Personalsorgen einen Sieg: „Es gilt für uns, die Leistung aus dem Hinspiel ein bisschen geradezurücken. Ob es zu mehr reicht, muss man abwarten.“ Klarer ist offenbar die Zukunft von Allofs. Der 58-Jährige soll laut Sport Bild noch im April einen neuen Dreijahresvertrag bis 2019 unterschreiben.

Doch zunächst steht das schwere Spiel in Neapel an, auch wenn der Gegner vorsichtig bleibt. Der erfahrene SSC-Coach Rafael Benitez sieht sich noch lange nicht im Halbfinale. Der Champions-League-Sieger mit dem FC Liverpool (2005) warnte sein Team eindringlich: „Deutsche Mannschaften darf man nie abschreiben. Sie werden uns noch einmal alles abverlangen.“

Um die große Sensation zu schaffen, darf sich der VfL nicht so abkochen lassen wie im Hinspiel. Dort hatten Gonzalo Higuain, Marek Hamsik und Co. den international unerfahrenen Wolfsburgern eine Lehrstunde in Sachen Effizienz und Körperspiel erteilt. Im berüchtigten Hexenkessel San Paolo dürfte die Aufgabe nicht einfacher werden. Zumal das 1:1 am Wochenende gegen Schalke 04 alles andere als eine Kampfansage an den italienischen Tabellen-Vierten war.

„Wir müssen zeigen, dass wir es besser können“, forderte Trainer Dieter Hecking, der trotz der schlechten Vorzeichen „mit viel Vorfreude“ ins Spiel geht. Sollte sein Team ausscheiden, hat es zumindest wertvolle Erfahrung für die kommende Champions-League-Saison gesammelt. Dort dürften noch größere Kaliber auf Wolfsburg warten als der frühere Klub von Fußball-Ikone Diego Maradona.

Auch für die Kaderplanung ist das Rückspiel von Bedeutung. Sollten der seit fünf Ligaspielen torlose Bas Dost und Nicklas Bendtner, der gegen Schalke aus disziplinarischen Gründen aus dem Kader gestrichen worden war, international auf diesem Niveau wieder nicht in Erscheinung treten, könnte die Stürmersuche wieder an Fahrt aufnehmen. Zumal das Experiment mit Schürrle als „falsche Neun“ gegen Schalke nur teilweise glückte. - Die voraussichtlichen Aufstellungen in der Übersicht:

Neapel: Andujar - Maggio, Albiol, Britos, Ghoulam - Lopez, Inler - Callejon, Hamsik, Mertens - Higuain. - Trainer: Benitez

Wolfsburg: Benaglio - Träsch, Naldo, Knoche, Rodriguez - Guilavogui, Luiz Gustavo - Caligiuri, Arnold, Perisic - Dost. - Trainer: Hecking.

Schiedsrichter: Cüneyt Cakir (Türkei).

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