Dortmund/Wolfsburg - Drei Tage nach der emotionalen Ankündigung seines Abschieds ist Jürgen Klopp mit der Mannschaft von Borussia Dortmund wieder im Alltag der Fußball-Bundesliga gefordert. Der zum Saisonende scheidende Trainer des BVB trifft an diesem Sonnabend (15.30 Uhr) mit seinem Team im eigenen Stadion auf den stark abstiegsbedrohten SC Paderborn.
Bei aller Wehmut über den baldigen Weggang vom Revierclub hofft Klopp, dass seine Profis „aus der gemeinsamen Geschichte noch einmal Kraft ziehen. Das ist eine super, super, super wichtige Phase.“
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke strebt die zeitnahe Präsentation eines neuen Dortmunder Trainers an. „Die Lösung wird nicht ewig auf sich warten lassen. Ich denke, dass wir nächste Woche eine ordentliche und vernünftige Lösung transportieren“, sagte Watzke. Zu Gerüchten, nach denen Thomas Tuchel beim Bundesligisten die Nachfolge von Klopp antritt, äußerte sich Watzke zurückhaltend: „Ich weiß nicht, wer neuer Trainer wird, und wenn, würde ich es nicht sagen. Aber ich warne davor, zu eindimensional in Richtung Thomas Tuchel zu denken.“
Ottmar Hitzfeld, der mit Borussia Dortmund (1997) und Bayern München (2001) die Champions League gewann, kann sich vorstellen, dass Klopp irgendwann beim FC Bayern landet. „Wenn Pep Guardiola oder der FC Bayern mal die Entscheidung treffen, sich zu trennen, wird Jürgen Klopp auch ein Thema sein. Er muss kein Empfehlungsschreiben abgeben“, sagte der 66-Jährige.
Beim VfL Wolfsburg steht Trainer Dieter Hecking vor dem Spiel gegen Schalke 04 an diesem Sonntag (17.30 Uhr) vor der schwierigen Aufgabe, die 1:4-Pleite gegen den SSC Neapel aus den Köpfen der Spieler zu bekommen.
„Wir können es sehr viel besser. Von daher würde ich sagen, dass es ein schwarzer Tag war oder ein schlechter Tag“, sagte VfL-Geschäftsführer Klaus Allofs über die Leistung im Viertelfinal-Hinspiel der Europa League. Im Rückspiel am kommenden Donnerstag stehen die Wolfsburger vor dem Aus.
Dass die Führungskrise beim Hauptsponsor VW wohl vorerst beigelegt ist, beeinflusst auch die Stimmung beim Bundesligisten. Über die weiterhin großzügigen jährlichen finanziellen Zuwendungen im hohen zweistelligen Millionen-Bereich muss sich der Tabellenzweite kurzfristig erstmal keine Gedanken mehr machen.
