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NWZonline.de Sport Fußball

Bundesliga: Handballer halten an Saisonstart am 1. Oktober fest

10.07.2020

Köln Liga-Präsident Uwe Schwenker und HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann verabschiedeten sich nach der Mitgliederversammlung der Handball-Bundesliga mit neuer Zuversicht in den Sommer. „Wir haben die Clubs eingeschworen, was alles noch zu tun ist. Derzeit spricht nichts dagegen, dass wir am 1. Oktober loslegen können“, sagte Bohmann am Ende der zweitägigen Tagung in Köln. Und Schwenker betonte: „Es gilt, das Überleben der Vereine zu sichern. Wir sind verhalten optimistisch, dass wir als Solidargemeinschaft eng zusammenstehen und alle in die gleiche Richtung rudern.“

Bei dem Treffen mit den Managern der 39 Erst- und Zweiligisten wurden nicht nur die Leitlinien für das dringend benötigte Hygienekonzept und der weitere Fahrplan zur Bewältigung der Corona-Krise präsentiert, sondern auch eine neue Regel für die Saison 2020/21 verabschiedet.

Um bei der anstehenden Terminhatz vor allem die enorm geforderten Topclubs zu entlasten, entscheidet künftig bei Punktgleichheit von zwei oder mehr Teams nicht wie bisher das Torverhältnis über die Platzierung, sondern der direkte Vergleich. Dies soll den Spitzenclubs den Druck nehmen, in jedem Spiel mit dem stärksten Aufgebot bis zum Schluss auf Torejagd gehen zu müssen. „Das wurde auf ausdrücklichen Wunsch von Bundestrainer Alfred Gislason beschlossen“, berichtete Bohmann, um den Nationalspielern mehr Pausen zu geben. Denn auf die Branche wartet ein Mammutprogramm.

Nach dem Saisonabbruch wegen der Corona-Krise spielt die HBL in der kommenden Saison mit 20 statt 18 Mannschaften. Zudem werden diverse ausgefallene Wettbewerbe wie die Endrunden in der Champions League und im DHB-Pokal sowie die Olympischen Spiele mit vorheriger Qualifikation nachgeholt. Fest steht, dass im nächsten Jahr erstmals in der Geschichte zwei Pokalsieger gekürt werden. Am 27./28. Februar steigt zunächst das Final-Four-Turnier von 2020 mit dem THW Kiel, TBV Lemgo, der TSV Hannover-Burgdorf und der MT Melsungen. Am 5./6. Juni wird der Pokalsieger 2021 ermittelt.

Weil es die üblichen Qualifikationsrunden nach Absprache mit dem Deutschen Handballbund nicht geben wird, muss ein neuer Modus her, wie die vier Endrundenteilnehmer ermittelt werden sollen. Eine Einigung konnten die Vereine noch nicht erzielen. Bis Oktober muss auch ein tragfähiges Hygienekonzept für Spiele mit Zuschauern vorliegen, denn anders als im Fußball sind die Handballer in hohem Maße auf die Einnahmen aus dem Ticketverkauf angewiesen. „Da fahren wir noch sehr auf Sicht und sind von der Politik und den Behörden abhängig. Es kann sein, dass ein Verein mit Zuschauern spielen kann und ein anderer nicht“, sagte Bohmann.

Derzeit liegt ein Leitfaden zur Prüfung beim Bundesgesundheitsministerium. Das gemeinsam mit dem Basketball und Eishockey erarbeitete Generalkonzept soll Ende dieser Woche fertiggestellt sein. „Danach muss jeder Club seine Hausaufgaben machen“, sagte Schwenker.

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