KöLN - KÖLN/SID/SR - Fußball-Zweitligist 1. FC Köln hat gestern Abend im DFB-Pokal die Sensation geschafft: Die Geißbock-Elf besiegte den Bundesligisten Schalke 04 mit 4:2 nach Verlängerung und zog damit ins Achtelfinale ein. Den entscheidenden Treffer erzielte Adil Chihi in der 111. Minute. Zuvor hatte Thomas Broich das 3:2 (98.) erzielt. Bereits in der ersten Halbzeit waren die Gastgeber durch ein Eigentor des Schalkers Dario Rodriguez (34.) und Milivoje Novakovic (36.) 2:0 in Führung gegangen. Peter Lövenkrands (55.) und Rodriguez (75.) retteten den Revierclub nach dem Seitenwechsel in die Verlängerung.
„Der Gegner hat viel zu einem guten Fußballspiel beigetragen. Schalke spielte mit, wir haben ein hohes Tempo angeschlagen. Im richtigen Moment fielen die Tore“, sagte ein zufriedener FC-Trainer Hanspeter Latour. Sein Gegenüber Mirko Slomka meinte dagegen enttäuscht: „Wir haben noch einmal alles gegeben. Aufgrund der schlechten Leistung in der ersten Halbzeit haben wir verdient verloren.“
Vor 50 000 Zuschauern im ausverkauften Kölner WM-Stadion war keineswegs ein Klassenunterschied zu sehen. Vielmehr war es der Zweitligist aus der Domstadt, der das Spiel bestimmte und mit großem Einsatz und Laufbereitschaft die spielerische Klasse der Schalker wettmachte und so den Bundesliga-Zweiten immer wieder in die eigene Hälfte zurückdrängte. So fanden die „Königsblauen“ überhaupt nicht ins Spiel und kamen kaum zu Torchancen.
Anders der FC, der in der dritten Minute einen Warnschuss durch Pekka Lagerblom auf das Tor von Frank Rost abgab. Wenig später waren es Ricardo Cabanas (10.) und Salvatore Gambino (21.), die per Kopf scheiterten. Die Schalker hatten ihre beste Möglichkeit durch einen 20-Meter-Schuss von Hamit Altintop, der FC-Keeper Stefan Wessels zu einer Parade zwang (6.). Zudem hatten die Schalker Pech, dass ein regulärer Treffer von Kevin Kuranyi wegen vermeintlicher Abseitsstellung von Schiedsrichter Herbert Fandel nicht gegeben wurde. Slomka: „Das war kein Abseits.“
In der Verlängerung schwanden den Gästen die Kräfte. Seit der 69. Minute mussten sie in Unterzahl spielen, da Zlatan Bajramovic nach einer Tätlichkeit die Rote Karte gesehen hatte. Unmittelbar nach dem 3:2 hatte Lagerblom die Chance, alles klar zu machen. Seinen Schuss kratzte Rafinha aber von der Linie.
