KöLN - Kurz vor dem Ende seiner Bundesliga-Karriere will Michael Ballack offenbar mit sich ins Reine kommen und hat deshalb nach Bundestrainer Joachim Löw auch seinem ehemaligen Rivalen Philipp Lahm die Friedenspfeife gereicht. „Im Fußball sollte man nie nie sagen. Die Zeit heilt Wunden, wenn sie überhaupt zurückgeblieben sind. Gewisse Dinge kann man immer ausräumen“, sagte der ehemalige Kapitän der Nationalmannschaft, dessen Verhältnis zum aktuellen Spielführer Lahm nach der WM 2010 zerrüttet war.
„Es kommt aber darauf an, wie derjenige auf einen zugeht, wie man es macht“, ergänzte Ballack. Bereits vor einer Woche hatte der 35-Jährige gesagt, dass er sich auch eine Versöhnung mit Löw vorstellen könne. Nach der EM (8. Juni bis 1. Juli) soll es ein Gespräch geben. Mit dem Bundestrainer und Lahm war Ballack unter anderem wegen der Kapitäns-Affäre und seines Abschieds aus dem DFB-Team über Kreuz geraten.
Seine Rückkehr nach Leverkusen habe Ballack nicht bereut, wenngleich er sich die beiden Jahre anders vorgestellt habe: „Unter sportlichen Gesichtspunkten war es für mich zum Vergessen. Aber ich muss auch sagen, dass ich daraus viel gelernt habe.“
Aufgrund des Ausfalls von André Schürrle wird Ballack, der womöglich in die USA geht, bei seinem letzten Heimspiel für Bayer am Sonnabend (15.30 Uhr) gegen Hannover 96 wohl auch zum Einsatz kommen. Auch Torwart René Adler, der beim Klassenerhalt des HSV wohl nach Hamburg wechselt, wird verabschiedet. „Beide gehören zur Geschichte von Bayer 04 und haben Geschichte mitgeschrieben“, sagte Sportdirektor Rudi Völler.
Einen besonders emotionalen Abschied werden die Schalker Fans bei der letzten Heimpartie gegen Hertha BSC ihrem Publikumsliebling Raúl bereiten. „Ich hatte zwei wundervolle Jahre“, resümierte der 34-Jährige, der das Ende seiner Laufbahn wohl in Katar noch einmal versilbern wird.
In Mönchengladbach sagen gleich drei Leistungsträger in ihrem letzten Heimspiel für die Borussia gegen den FC Augsburg adieu: Marco Reus (wechselt zu Borussia Dortmund), Dante (Bayern München) und Roman Neustädter (Schalke 04). „Das waren drei tolle Jahre und ich werde vieles vermissen“, sagte Reus.
