KöLN - Fußball-Bundesligist 1. FC Köln strebt bei der Suche nach einem Nachfolger für Cheftrainer Frank Schaefer eine behutsame Lösung an. Ganz klar: Qualität schlägt auf jeden Fall das Zeitfenster, sagte Kölns Sportdirektor Volker Finke. Der künftige Trainer auf der FC-Bank soll laut Finke vor allem eines mitbringen: Er soll modernen, zeitgemäßen und ballorientierten Fußball spielen lassen.
Der ehemalige Kölner U-23-Trainer Schaefer, der das Amt beim FC im Oktober 2010 vom Kroaten Zvonimir Soldo übernommen hatte, scheidet auf eigenen Wunsch und vorwiegend aus persönlichen Gründen zum Ende der aktuellen Saison als Chefcoach des Bundesliga-Premierenmeisters (1964) aus. Für Finke kam dieser Schritt überraschend: Mit dieser Sache hatte ich nicht gerechnet.
Finke begann noch am Dienstag, unmittelbar nach der Schaefer-Entscheidung, mit der Kandidatensuche. Es ist ja klar, dass wir uns im Netzwerk des Fußballs relativ zügig aktivieren, äußerte Finke, der seit dem 1. Februar Sportdirektor der Rheinländer ist. Einen detaillierten Zeitplan für die Suche nach dem Schaefer-Nachfolger gebe es aber nicht.
FC-Präsident Wolfgang Overath betonte, dass zunächst der Klassenverbleib der Profimannschaft Priorität habe. Im Moment ist es für uns alle das Allerwichtigste, dass wir in der Bundesliga bleiben. Das ist für mich das eindeutige Ziel.
Nach dem 1:5 bei Borussia Mönchengladbach und der 1:3-Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart belegt die Schaefer-Mannschaft mit 35 Punkten Tabellenrang zwölf, hat aber vor dem VfL Wolfsburg auf Relegationsplatz 16 lediglich sechs Zähler Vorsprung. Das Team des ehemaligen Wolfsburger Meistermachers Felix Magath ist am Sonntag (15.30 Uhr) Gastgeber des FC.
Overath hatte nach der Schaefer-Entscheidung vom Dienstag betont, dass der 1. FC Köln den Trainer davon zu überzeugen versuchte, dass er für diesen Club das Beste ist, was passieren kann. Doch man habe Schaefer nie bedrängt oder unter Druck gesetzt. Overath hatte höchsten Respekt vor der Person Frank Schaefer und vor seinem Verhalten bekundet.
