KöLN - Erst kapitulierte Präsident Wolfgang Overath, dann traf Sportdirektor Volker Finke der Bannstrahl – und nun muss Trainer Stale Solbakken (44) doch noch gehen. Beim Krisenclub 1. FC Köln geht es weiter drunter und drüber. Nach langem Hin und Her trennte sich der Tabellen-16. der Fußball-Bundesliga am Donnerstag von dem Norweger.

„Der Klassenerhalt des 1. FC Köln hat im Schlussspurt dieser Saison für uns oberste Priorität. Auf dieses Ziel müssen wir jetzt ohne Wenn und Aber alle Entscheidungen ausrichten“, begründete Interims-Clubchef Werner Wolf die jüngste Personalie.

Wie der Verein mitteilte, betreut der ehemalige Trainer Frank Schaefer die Mannschaft um Nationalspieler Lukas Podolski im Saisonendspurt. Der ehemalige FC-Profi Dirk Lottner steht ihm als Assistent zu Seite. „Schaefer hat bereits in der letzten Saison gezeigt, dass er die Mannschaft zu Hochleistung motivieren kann. Er kennt die Spieler und kann morgen beginnen. Schaefer hat jetzt den Auftrag, alle Reserven zu mobilisieren, um mit dem Team die notwendigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen“, sagte Kölns Geschäftsführer Claus Horstmann.

Ausschlag für das Comeback von Schaefer war der erneut desolate Auftritt des Teams beim 0:4 am Dienstag in Mainz. Offenbar ließ er sich mangels personeller Alternativen überreden. „Unser Team braucht jetzt erkennbar neue Impulse im Abstiegskampf“, kommentierte Wolf die insgesamt neunte Trainerbeurlaubung in dieser Saison. Das erste Spiel unter der Leitung des Interims-Trainers Schaefer steht im Derby in Mönchengladbach am Sonntag an.

Schon vor eineinhalb Wochen war in Köln über eine Beurlaubung von Solbakken spekuliert worden. Mit dem erneuen spielerischen Offenbarungseid in Mainz ging auch das letzte Vertrauen in dessen Arbeit verloren.

Weiter auf der Suche ist der Club auch nach einem Sportdirektor. Am Donnerstag hatte Dietmar Beiersdorfer, der als Nachfolger von Finke gehandelt worden war, abgesagt.