KöLN - Claus Horstmann war nicht mehr zu beruhigen. Das untragbare Verhalten von Slawomir Peszko brachte den Vorsitzenden der Geschäftsführung des abstiegsgefährdeten Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln in Rage. Ich weiß nicht, wann hier der Letzte begreift, um was es geht und wie man sich professionell verhält. Die Aktion ist inakzeptabel, sagte ein fassungsloser Horstmann.
Peszko hatte die Nacht nach dem 1:1 (1:1) der Kölner gegen Werder Bremen in der Ausnüchterungszelle verbringen müssen. Der 27-jährige Pole war alkoholisiert mit einem Taxifahrer in Streit geraten, soll dabei mehrfach auf das Taxameter geschlagen haben. Der Profi musste in Polizeigewahrsam ausschlafen.
Reaktion des Vereins: eine saftige Geldstrafe in Höhe von angeblich 25 000 Euro, arbeitsrechtliche Maßnahmen und die Verbannung aus dem Kader für das Spiel an diesem Dienstag (20 Uhr) in Mainz. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art beim FC: Miso Brecko war an Karneval bei einer Trunkenheits-Unfallfahrt erwischt und vom Club bestraft worden.
Peszko droht zudem das EM-Aus. Polens Nationaltrainer Franciszek Smuda kündigte Konsequenzen an und wird den Spieler möglicherweise nicht für die Heim-Europameisterschaft berücksichtigen. Das ist nicht entschuldbar und wirft ein schlechtes Licht auf alle polnischen Spieler, sagte Smuda.
Ich bin tief enttäuscht. Slawo ist gegen Mainz natürlich nicht dabei. Ich muss meinen Spielern vertrauen können, hatte auch FC-Coach Stale Solbakken kein Verständnis. Gegen Mainz wird Kevin Pezzoni für Peszko im Kader stehen, Milivoje Novakovic bleibt außen vor.
Peszko zeigte sich zumindest reumütig: Die Geschehnisse tun mir sehr leid. Ich habe einen Fehler gemacht, den ich bedauere. Der Mittelfeldspieler gelobte Besserung: Ich verspreche dem FC und unseren Fans, alles zu geben, um mit der Mannschaft weiter für den Klassenerhalt zu kämpfen, wenn ich die Chance vom Trainer bekomme.
Auch vom Team kann Peszko Hilfe erwarten. Er ist mental im Keller. Seine Mitspieler haben versichert, ihm helfen zu wollen, sagte Solbakken.
Dabei hat der FC auch ohne Peszkos Eskapade genug Sorgen. Das Remis gegen Werder macht die Gefahr des fünften Abstiegs der Kölner eher größer denn kleiner. Der Punkt ist für unsere Situation zu wenig, kommentierte Podolski das Unentschieden.
Köln weist mit 59 Gegentoren und 16 Niederlagen miserable Werte auf. Solbakken: In Mainz müssen wir drei Punkte holen. Sollte das nicht gelingen, will der FC dennoch am Coach festhalten. Ich gehe fest davon aus, sagte Horstmann auf die Frage, ob Solbakken in der Verantwortung bleibe.
