KöLN - Spätestens seit dem 4:1 (0:1)-Auswärtssieg des FC Schalke beim 1. FC Köln zweifelt niemand in der Fußball-Bundesliga mehr an der Titeltauglichkeit der Mannschaft von Trainer Huub Stevens. Doch Manager Horst Heldt ist bemüht, die Euphorie zu bremsen.
Außer dem Nichtabstieg haben wir noch nichts erreicht, ließ Heldt angesichts der 40 Punkte wissen, die Königsblau schon am 19. Spieltag gesammelt hat. Und auch Stevens will sich von niemandem einreden lassen, dass wir Mitfavorit sind. Ich denke, dass andere Mannschaften besser sind. Stevens sieht in der Tatsache, dass sein Team punktgleich mit den Bayern und Meister Dortmund ist, nicht mehr als wieder einen Schritt nach vorn.
Die Verantwortlichen warnen wohl zurecht: Noch hakt es hin und wieder bei den Schalkern, die vor 50 000 Zuschauern im ausverkauften Kölner Stadion nach Lukas Podolskis 15. Saisontreffer (4. Minute) mit einem Rückstand in die Pause gingen. Hätte der Torschütze in der 42. Minute nachgelegt die Gäste hätten wohl kaum zum fünften Mal in Serie gesiegt.
Was nach der Pause geschah, ließ Schalke jauchzen. Die beiden Premierentore von Ciprian Marica, der den verletzten Raúl ersetzte, drehten die Partie (60./72.). Klaas-Jan Huntelaar erzielte per Elfmeter das 3:1 (78.), ehe Marco Höger in der 82. Minute zum 4:1 traf auch für ihn war es sein erster Treffer im Schalker Trikot. Es ist kein Zufall, dass wir da oben stehen, sagte Marica nach Spielschluss. Dort wollen sie auf Dauer bleiben. Denn die Gegenwart ist für Höger lediglich eine positive Momentaufnahme.
Derweil ist bei den Kölnern nach der dritten Niederlage in Folge Frustbewältigung angesagt. Zumal bei Lukas Podolski eine alte Verletzung wieder aufbrach. Wegen eines Teilrisses des Haltebandes im linken Fuß wird der Torjäger dem FC drei bis vier Wochen nicht zur Verfügung stehen. Ein herber Verlust, denn der Nationalspieler hat in dieser Saison 15 der 28 Tore erzielt.
Zudem sah Miso Brecko acht Minuten nach seiner Einwechslung wegen einer Notbremse an Draxler die Rote Karte. Umso schwerer wird die Aufgabe am kommenden Sonntag in Kaiserslautern. Wir müssen jetzt auf die Tabelle schauen, sagte Trainer Stale Solbakken. Zusammen mit acht, neun Mannschaften befinde sich der FC in einer schwierigen Situation.
