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NWZonline.de Sport Fußball

Wo immer dieselben Clubs feiern

12.09.2017

Köln Als der FC Basel im April die achte Meisterschaft in Folge feierte, reagierte der Rest der Schweiz gelangweilt. Sechs Spieltage vor Schluss hatte der FCB 21 Punkte Vorsprung angehäuft, Spannung ist in der Super League seit Jahren ein Fremdwort. Anderen „kleinen“ Fußball-Nationen wie Griechenland oder Bulgarien geht es kaum besser. In Europa greift das Phänomen des Serienmeisters um sich, und viele Beobachter machen dafür die Champions League verantwortlich.

„Der enorme Reichtum des europäischen Fußball ist auf zu wenige Vereine verteilt“, sagt Theo van Seggelen, Generalsekretär der Spielergewerkschaft FIFPro. Das Problem: In Ligen mit nur einem Teilnehmer landen die Champions-League-Millionen immer beim selben Club. Die Folge ist eine Zementierung der ohnehin schon deutlichen Vormachtstellung – erst recht, wenn die Budgets der Konkurrenz übersichtlich sind.

Bestes Beispiel ist der FC Basel. Er hat allein in der Champions League mehr als 87 Millionen Euro verdient – alle anderen Schweizer Clubs kommen seit 1992 zusammen auf 32 Millionen. „Die Kluft zur Konkurrenz wächst zwangsläufig“, schrieb die „Aargauer Zeitung“.

In Griechenland wurde Olympiakos Piräus gerade zum siebten Mal in Folge Meister, auch ohne regelmäßige Teilnahme an der Gruppenphase. In Portugal machen Benfica Lissabon und der FC Porto seit 14 Jahren den Titel unter sich aus. Die einstigen Konkurrenten Sporting Lissabon (Meister 2000 und 2002) und Boavista Porto (2001) sind längst abgehängt.

Oder Schottland: Celtic Glasgow feierte jüngst den sechsten Titel in Folge – freilich auch, weil der Erzrivale Rangers zwischendurch in die 4. Liga absteigen musste. Die Rangers sind inzwischen zurück, der Rückstand auf Celtic scheint jedoch kaum aufzuholen. Vergangene Saison landeten die Rangers 33 Punkte hinter dem Meister.

In Schweden wurde Malmö FF in vier der vergangenen sieben Spielzeiten Meister, momentan führt der Club die Tabelle schon wieder mit riesigem Vorsprung an. In Bulgarien holte Ludogorez Rasgrad sechsmal in Folge den Titel. Die einst dominierenden Hauptstadtclubs Lewski und ZSKA Sofia streiten nur noch um Rang zwei.

Immerhin: Es gibt auch Gegenbeispiele. In den Niederlanden teilten die PSV Eindhoven, Feyenoord Rotterdam und Ajax Amsterdam drei der letzten vier Titel unter sich auf. In Belgien gab es zuletzt drei verschiedene Meister.

Erstaunlicherweise regt sich nur vereinzelt Widerstand. Als die Schweizer Zeitung „TagesWoche“ 2013 die Konkurrenz des FC Basel über dessen Dominanz befragte, fiel die Kritik verhalten aus. „Geld allein kauft keine Titel“, sagte etwa Ancillo Canep, Präsident des FC Zürich. Vier Jahre und vier Basel-Meisterschaften später dürfte sich diese Ansicht zumindest teilweise geändert haben.

Das Paradoxe: Vielleicht wird die von den kleineren Nationen kritisierte Reform der Champions League die nationale Dominanz ändern. Denn weil künftig 16 der 32 Plätze an die großen Ligen vergeben sind, kassieren viele kleine Clubs nicht mehr so groß ab wie bisher. Den Rest der Liga könnte das freuen.

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