Köln - Nach dem Angriff auf einen Fanbus des Fußball-Zweitligisten Union Berlin in Köln ist die Polizei erschüttert vom Ausmaß der Gewalt. Rund 100 Vermummte hätten in der Nacht zu Dienstag, nach dem Spiel des 1. FC Köln bei Union Berlin (1:1), einen von der Polizei begleiteten Bus vor einer Autobahnauffahrt mit Steinen attackiert, teilte die Polizei mit. Dabei handelte es sich nach Einschätzung der Beamten um eine geplante Aktion.

Nach der Attacke auf den Bus seien mehrere Angreifer in unbeleuchteten Autos gezielt auf Polizeibeamte zugefahren. Einige hätten sich nur durch einen Sprung vor einer Kollision retten könnten, berichtete Polizeipräsident Uwe Jacob. Er sprach von einer „neuen Dimension der Gewalt nach Fußballspielen“ und einem „nicht hinnehmbaren Angriff auf unser Rechtssystem“. Es sei „ein Wunder“, dass niemand verletzt worden sei. Von den 28 festgenommenen Männern seien einige als „Gewalttäter Sport“ bekannt. Die Polizei beschlagnahmte sechs Fahrzeuge, mehrere Schlagstöcke, Pyrotechnik und andere gefährliche Gegenstände.

Die Kölner Staatsanwaltschaft will in den nächsten Tagen prüfen, „inwiefern wir Haftbefehle beantragen“. Der Kriminalpolizei zufolge gibt es Hinweise, dass die Kölner Störer von polizeibekannten Personen aus der Dortmunder Szene unterstützt wurden.