KöLN/LEVERKUSEN - KÖLN/LEVERKUSEN/SID - Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen und der ehemalige Geschäftsführer Reiner Calmund erhielten gestern im Zusammenhang mit einem Transfer Ende der 90er Jahre unangenehmen Besuch. „Die Steuerfahndung Köln hat am 25. April 2006 die Geschäftsstelle von Bayer Leverkusen aufgesucht. Dabei ging es um eine steuerrechtliche Einordnung einer Transferentschädigung in Höhe von heute umgerechnet circa 900 000 Euro für einen kroatischen Spieler aus dem Jahr 1998“, hieß es in einer offiziellen Mitteilung des Tabellenfünften. Einen Besuch der Beamten im Haus von Reiner Calmund bestätigte auch dessen Anwalt Dr. Stefan Seitz. Über den Namen des Spielers bewahrte der Klub Stillschweigen.

„Bayer Leverkusen wird mit den Steuerbehörden umfassend kooperieren. Im Hinblick auf das laufende Verfahren können derzeit keine weiteren Angaben gemacht werden“, hieß es weiter. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt zurzeit noch gegen Calmund wegen des Verdachts der Untreue. Ungeklärt sind bisher von Calmund veranlasste undurchsichtige Bargeldzahlungen in Höhe von 580 000 Euro an den Spielervermittler Volker Graul für die angebliche Vermittlung von Kaufoptionen aus dem Jahr 2003. Der Bayer-Konzern hatte sich im Sommer 2004 von Calmund getrennt.

Dagegen sollen die Ermittlungen gegen Calmund wegen des Vorwurfs der Manipulation von Spielen der Fußball-Bundesliga offenbar eingestellt werden, meldet die „Süddeutsche Zeitung“ (Mittwochausgabe). Nach der Vernehmung zahlreicher Zeugen aus dem Profi-Fußball sei der der ermittelnde Staatsanwalt Norbert Reifferscheidt „zu 99 Prozent sicher“, dass sich der Anfangsverdacht auf die Manipulation nicht aufrecht erhalten lasse.