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NWZonline.de Sport Fußball

Das ist jetzt der größte Livesport-Player

19.07.2019

Köln Die Fußballfans müssen auch nach dem Ende des Eurosport-Experiments doppelt zahlen. Nach gerade einmal zwei Jahren hat der Sportsender seine Bundesliga-Berichterstattung gestoppt und in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die Rechte für insgesamt 45 Spiele an den Internetanbieter DAZN verkauft. Für die Fußball-Liebhaber bringt das wenig. Um alle Partien der 1. Liga sehen zu können, müssen sie weiterhin zwei Abonnements bezahlen: eines bei Sky und das andere jetzt bei DAZN statt bei Eurosport. Und DAZN erhöhte nach dem Deal sofort den Preis. Der Monatsbeitrag wird vom 1. August an von 9,99 Euro auf 11,99 Euro erhöht. Neu ist das DAZN-Jahresabonnement für 119,99 Euro.

Die Live-Übertragungen der Bundesliga sind der Kern eines umfassenden und komplexen Vertrages, den Eurosport und DAZN am Donnerstag bekanntgaben. Zu dem unerwarteten Deal gehören auch Olympia, Radsport und Tennis-Turniere, die bei beiden Anbietern parallel laufen.

Von August bis zum Ende der Rechteperiode 2021 zeigt der Internet-Anbieter DAZN pro Saison 40 Erstliga-Spiele live. Das sind die 30 Partien am Freitag, dazu jeweils fünf am Sonntag und am Montag. Zudem gehören vier Relegationsbegegnungen und der Supercup zum Rechtepaket. Der Großteil der Bundesliga-Partien läuft weiter beim Pay-TV-Sender Sky. Seit 2017 übertrug Eurosport die Spiele im deutschsprachigen Raum auf seinen Bezahl-Plattformen. Dafür zahlte das Tochterunternehmen des US-Konzerns Discovery geschätzte 70 Millionen Euro pro Saison – offensichtlich zu viel.

Wie viele Zuschauer die Bundesliga hatte, gab Eurosport nie bekannt. Sehr viele dürften es nicht gewesen sein. Der Verkauf der Sub-Lizenz soll nun „einen wichtigen Beitrag zu unserer Wertschöpfungskette leisten“, sagte Discovery-Geschäftsführerin Susanne Aigner-Drews.

DAZN produziert und zeigt erstmals Live-Spiele der 1. Liga. Der Internet-Anbieter arbeitet nun unter Hochdruck an einem Konzept. „Wie die Bundesliga bei uns genau aussehen wird, diskutieren wir noch“, sagte DAZN-Geschäftsführer Thomas de Buhr. „Die finale Vereinbarung wurde erst kurzfristig getroffen. Es mussten Gespräche auf unterschiedlichen Ebenen geführt werden.“

„Das ist ein umfangreiches Paket“, sagte der DAZN-Geschäftsführer: „Wir sind jetzt der größte Live-Sport-Anbieter in Deutschland und Österreich.“ Eurosport und DAZN sollen nach Angaben der Deutschen Fußball Liga nun an einem Angebot arbeiten, das es den bisherigen Abonnenten des Eurosport Players ermöglicht, weiterhin die Bundesliga-Inhalte sehen zu können. Eurosport wird seinen Abonnenten aber auch ein außerordentliches Kündigungsrecht gewähren.

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