KöLN - KÖLN/DPA/SID - Der Manipulations- und Wettskandal wird keine Folgen für die Abstiegsregelung der 2. Fußball-Bundesliga haben. Ein Antrag von Rot-Weiß Erfurt auf Aussetzung des Abstiegs wurde gestern mit überwältigender Mehrheit von den 36 Proficlubs auf der Vollversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Köln abgelehnt. Die vier letztplatzierten der 18 Teams werden absteigen.

„Aus sportpolitischen Gründen wollen wir auf dem außerordentlichen Bundestag des DFB am Donnerstag einen Schlussstrich unter den Wettskandal ziehen“, erklärte DFL-Präsident Werner Hackmann, „und deshalb wollen wir, dass es ein Ende hat.“

Die Thüringer hatten ihren Antrag, der im Falle der Annahme beim außerordentlichen Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Mainz zur Abstimmung gestellt worden wäre, damit begründet, dass die Schiedsrichter-Affäre juristisch noch nicht abgeschlossen sei. Eine Aussetzung des Abstiegs hätte eine Aufstockung der 2. Liga auf 22 Clubs bedeutet.

Bestätigt wurde auch das Lizenzierungsverfahren für die 36 Proficlubs. Kritik hatte die Lizenzierung der hoch verschuldeten Borussia aus Dortmund ausgelöst. Ein Antrag von Eintracht Frankfurt, Einsicht in die Unterlagen zu nehmen, die zur Erteilung der Lizenz für den BVB ohne Auflagen geführt haben, wurde abgewiesen.

Beendet wurde auch der Streit um die Meistersterne. Es bleibt bei der Festlegung, dass nur Titel zählen, die in der Bundesliga (seit 1963/64) errungen wurden. Damit werden die Meisterschaften vor 1964 und die Titel in der DDR bei der Ehrung nicht berücksichtigt. Der zehnmalige DDR-Champion Dynamo Berlin hatte beantragt, wie Bayern München drei Sterne auf dem Trikot tragen zu dürfen.

Das Bündnis aktiver Fußball-Fans (Baff) hat derweil angekündigt, eine Stückelung der Bundesliga-Spieltage nicht widerstandslos hinzunehmen. Es werde „Proteste in den deutschen Ligen mit gewaltigen Aktionen“ geben, sagte Baff-Sprecher Matthias Bettag. Hintergrund ist die Diskussion über die Rückkehr zu Freitagspielen und die Einführung eines Sonnabendmittag-Termins. Die Clubs erhoffen sich so höhere TV-Gelder.