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NWZonline.de Sport Fußball

Kölsche Frohnatur sagt „Tschö“

22.03.2017

Dortmund Zum Abschied leistet sich Lukas Podolski einen seiner unvergleichlichen Lausbuben-Streiche. Seinem kurzzeitig abgelenkten Übersetzer raunt er nach einer Frage über Bastian Schweinsteiger zu, es gehe um Philipp Lahm. Der Dolmetscher fällt darauf rein, er nennt den falschen Namen – und Podolski, der Weltmeister, freut sich wie ein Kind, das dem Mädchen aus der Parallelklasse Zahnpasta unter die Türklinke geschmiert hat.

Insofern ist Podolskis letzte Pressekonferenz am Ende der 13 Jahre als deutscher Fußball-Nationalspieler nicht anders, als sie 2006 oder 2010 gewesen wäre. Sie ist locker, lustig und mit flotten Sprüchen des Kölners abgeschmeckt. Und doch: Wenn Frohnatur Podolski am Dienstag im Dortmunder Fußballmuseum von „Stolz“ spricht, von „schönen und geilen Jahren“, muss er kräftig schlucken.

Der 31-Jährige ist im Prestigeprojekt des Deutschen Fußball-Bundes zunächst die Treppe neben dem Weltmeister-Bus von 2014 hinabgelaufen, dann wird ein Video eingespielt. Rudi Völler sagt warme Worte, die Kabarettistin Carolin Kebekus kreischt, Jürgen Klinsmann gratuliert zu einer „fantastischen Karriere“. Podolski amüsiert sich prächtig, Joachim Löw begrüßt er mit einer Umarmung.

Besonders freut er sich über Löws Präsent: Podolski wird zu seinem 130. und letzten Länderspiel an diesem Mittwoch (20.45 Uhr/ARD) gegen England in Dortmund als Kapitän auflaufen. „Das ist sensationell! Mehr geht nicht“, sagt er.

So lässig Podolski da im Trainingsanzug sitzt, ist ihm doch anzumerken, dass ein prägender Lebensabschnitt endet. „Es ist ein komisches Gefühl“, berichtet er mit einem Schuss Wehmut, „nun kommen Momente, in denen man denkt: Das war’s jetzt.“ Nach 13 Jahren, 129 Länderspielen, sieben großen Turnieren, 48 Toren und dem WM-Titel 2014. „Da kann man doch stolz drauf sein“, sagt er.

Der Profi von Galatasaray Istanbul will noch einige Jahre spielen. Demnächst in Japan bei Vissel Kobe – nur eben nicht mehr für die Nationalmannschaft. An diesem Mittwoch gegen 22.30 Uhr wird es vorbei sein. Podolski freut sich auf „schöne und emotionale Momente“, auch wenn er dem Trubel gern ausweichen würde: „Das ist nicht so meins.“

Sichtlich gerührt ist er, als Dauerbegleiter Löw zur Huldigung ansetzt. „Lukas ist einmalig. Er hat sich wahnsinnig eingebracht, die Nationalmannschaft war wie eine Familie für ihn“, sagt der Bundestrainer. „Ihm fliegen überall, wo er hinkommt, die Herzen zu. Er hat eine unglaubliche Empathie, Respekt für die Menschen.“

Schließlich spricht Löw die passenden Worte. „Es wird ein schöner Moment, für mich aber auch ein trauriger. Wir sind einen langen Weg zusammen gegangen, über viele Hürden gekommen, wir haben viel erlebt“, sagt er. „Sowohl Enttäuschungen als auch größte Freude. Lukas war einer der größten Spieler, die Deutschland hervorgebracht hat.“

Da kann Lukas Podolski nur dankbar nicken. Hat er noch ein Schlusswort? Nein, denn: „Es ist alles gesagt.“

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