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NWZonline.de Sport Fußball

Konietzka erlöst sich von allen Qualen

14.03.2012

OLDENBURG Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Timo Konietzka hat seine Ankündigung wahr gemacht und sein Leben selbst beendet. Der erste Torschütze der Fußball-Bundesliga, der unheilbar an Gallen-Krebs erkrankt war, trank am Montagabend in seiner Schweizer Wahlheimat Brunnen einen Gift-Cocktail und starb im Alter von 73 Jahren. „Timo hat entschieden, zu sterben“, sagte seine Ehefrau Claudia.

Konietzka hatte im März 2011 angekündigt, aktive Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. „Ich will kein Pflegefall werden, angeschlossen und künstlich am Leben erhalten, natürlich nicht. Das will ich mir ersparen“, hatte der Stürmer erklärt, nachdem eine Operation keinen Erfolg gebracht hatte. Der Tumor war zuvor im Februar diagnostiziert worden.

„Am letzten Dienstag durfte ich Timo aus dem Spital nach Hause nehmen“, beschrieb Claudia Konietzka die Entwicklung ihres Mannes. „Die letzten Tage waren ganz, ganz schön. Timo konnte nochmals seine kleinen Enkel sehen. Er hat auch noch ein Bier getrunken.“

In der selbstverfassten Todesanzeige Konietzkas, der seit 1989 Schweizer Staatsbürger war, heißt es: „Ich möchte mich ganz herzlich bei Exit (Sterbehilfeorganisation, d. Red.) bedanken, die mich am Montagnachmittag von meinen Qualen erlöst und auf dem schweren Weg begleitet haben.“

Timo Konietzka ist vor 44 Jahren in die Schweiz ausgewandert. Am Vierwaldstätter See führte er gemeinsam mit seiner Ehefrau ein Hotel. Berühmt wurde er am 24. August 1963 als Schütze des ersten Bundesliga-Tores für Dortmund gegen Werder Bremen in der ersten Minute. Bis heute ist von diesem Moment keine Film- oder Fotoaufnahme aufgetaucht.

„Borussia Dortmund hat Anstoß. Franz Brungs spielt den Ball auf mich, ich links auf Lothar Emmerich. Emma läuft zur Grundlinie und passt in den Strafraum. Und ich mach den Ball aus acht Metern rein“, beschrieb Konietzka seinen legendären Treffer 2007 in einem Interview mit dieser Zeitung. In Dortmund kommt es an diesem Sonnabend (15.30 Uhr) nun erneut zum Duell BVB gegen Werder.

In der Schweiz gibt es gesetzliche Regelungen zur Sterbehilfe. Das Strafrecht bestraft Beihilfe zum Freitod, wenn selbstsüchtige Motive im Spiel sind, also der Helfer übermäßig finanziell profitieren würde. Daher wird Sterbehilfe in der Schweiz, wo sie seit 1918 legal ist, von Vereinen wie Exit ehrenamtlich geleistet. Sogenannte aktive Sterbehilfe auf Verlangen (Tötung auf Verlangen) ist – wie in Deutschland – verboten. Es ist in der Schweiz allerdings zulässig, dass Ärzte und Apotheker ein bestimmtes Sterbemittel verschreiben und verabreichen, wenn alle Bedingungen erfüllt sind.

Norbert Wahn Redakteur / Politikredaktion
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