Bremen/Oldenburg - Der katastrophale Start in die neue Saison hat bei Fußball-Bundesligist Werder Bremen Spuren hinterlassen. Zwar stärkt Sportchef Frank Baumann seinem Trainer Viktor Skripnik weiter demonstrativ den Rücken („Er wird auch in zwei Jahren noch Trainer von Werder Bremen sein“), doch scheinbar wollen die Bremer noch einmal auf dem Transfermarkt tätig werden.

Konkret geht es um einen Ersatz für Max Kruse. Der Hoffnungsträger hatte sich beim blamablen Pokal-Aus beim Drittligisten SF Lotte (1:2) am Knie verletzt, wurde inzwischen erfolgreich am Außenband operiert und fällt bis zu drei Monate aus. Es gebe da „ein, zwei Ideen“, sagte Baumann, „die wir gegebenenfalls machen würden“.

Werder muss allerdings schnell sein. An diesem Mittwoch endet die Transferfrist. In diesen letzten Tagen der Transferperiode gebe es immer wieder Optionen, mit denen man vorher nicht gerechnet habe, sagte Baumann.

Gesucht wird eine variabel einsetzbare Offensivkraft, wie Kruse es ist. Der Spieler solle schon etwas Erfahrung mitbringen, damit er Werder sofort helfen könne, betonte Baumann.

Unterdessen äußerte sich Skripnik am Montag via „Werder.TV“ noch einmal zu seinen deutlichen Aussagen nach dem Bayern-Debakel. Der Trainer hatte nach dem 0:6 „brutale Entscheidungen“ für die Zukunft angekündigt. „Wenn man negative Ergebnisse erzielt, muss man etwas verändern. Ich werde jetzt die eine oder andere unangenehme Entscheidung treffen müssen“, sagte Skripnik.

Ihm ginge es bei dieser Aussage vor allem um die Kaderbreite. „Ich habe lieber einen Kader von 20 bis 22 Spielern. Ich werde nun zeitnah entscheiden, wer erst mal für die U 23 spielen wird. Das wird für einige brutal, aber das müssen wir jetzt frühzeitig umsetzen“, erklärte der Ukrainer. Derzeit stehen 34 Akteure im Profi-Kader.

Für Unverständnis sorgt derweil eine weitere Skripnik-Aussage in der „Bild“. Die Zeitung zitiert den Trainer mit den Worten: „Ich hatte einen Traumjob als U-17-Trainer. Und plötzlich geht es nach oben in die Bundesliga. Ich habe keinen einzigen Tag als Trainer genossen. Das soll ein Traumjob sein?“

Am Montag meldete sich zudem auch Kapitän Clemens Fritz zu Wort und verteidigte Skripnik. „Wir haben ein gutes Verhältnis“, sagte der 35-Jährige: „Man muss sagen, die Mannschaft steht hinter dem Trainer. Da gibt es kein Problem zwischen dem Team und ihm.“ Für die bisherigen Leistungen brauche der Coach die Spieler nicht in Schutz zu nehmen.

Lars Blancke
Lars Blancke Sportredaktion