LAHTI - Fußball-Weltmeisterin Nadine Angerer baut auf die Unterstützung ihrer italienischen Verwandtschaft, DFB-Präsident Theo Zwanziger sitzt als Glücksbringer auf der Tribüne, und der Rest der deutschen Mannschaft vertraut auf die eigene Stärke. Eigentlich kann nichts schief gehen im EM-Viertelfinale gegen Italien. „Wir kennen die Italienerinnen in- und auswendig. Sie sind giftig, aggressiv in den Zweikämpfen und sehr willensstark“, warnt DFB-Torhüterin und Halb-Italienerin Angerer vor dem K.o.-Spiel an diesem Freitag (15 Uhr/ZDF und Eurosport) in Lahti.

Die 30-jährige fränkische Torfrau geht davon aus, im 24. Duell mit dem Überraschungs-Viertelfinalisten den zwölften Sieg einzufahren und in die EM-Vorschlussrunde einzuziehen. Zumal sie ihren italienischen Vater sowie die zwischen Bozen und Mailand beheimateten Verwandten hinter sich weiß. „Mein Papa ist stolzer Italiener, aber natürlich drückt er mir gegen sein Heimatland die Daumen. Er kam vor über 30 Jahren nach Deutschland. Und meiner Mutter zuliebe blieb er. Und dann kam ich ja auch schon bald zur Welt“, erzählt Angerer, die zwar die Sprache ihrer Vorfahren nicht beherrscht, aber „sehr gern italienisch kocht“.

Als Nummer zwei hinter der langjährigen Stammkeeperin Silke Rottenberg habe sie mit dem Gedanken gespielt, einen Wechsel vorzunehmen und statt mit dem Adler auf der Brust für die Squadra Azzurra das Tor zu hüten. Der Plan wurde aber verworfen. „Jetzt bin ich froh, wenn ich mir die großen Erfolge unseres Teams in den vergangenen Jahren anschaue“, sagt Angerer.

Nach dem wenig berauschenden Auftritt der Deutschen gegen Island, als Bundestrainerin Silvia Neid sechs Stammkräfte schonte, soll gegen Italien wieder die erste Elf ran und die Siegprämie von 8000 Euro für das Erreichen des Halbfinals sichern. Für den Titel würde der Deutsche Fußball-Bund (DFB) jede Spielerin mit 12 000 Euro belohnen. Für den zweiten EM-Platz bekäme jede Akteurin 10 000 Euro.

Das Sturmduo Inka Grings (Knieprellung) und Birgit Prinz (Bluterguss im Sprunggelenk) ist einsatzfähig, obwohl bei Prinz noch „leichte Bedenken“ (Neid) bestanden. Doch die medizinische Abteilung ist sicher, dass sie bis zum Anpfiff fit ist.

England hat derweil durch einen 3:2-Erfolg gegen Gastgeber Finnland das Halbfinale erreicht. In diesem trifft das Team auf die Niederlande. Der EM-Debütant bezwang Frankreich mit 5:4 (0:0) nach Elfmeterschießen.

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