• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Sport Fußball

Dopingskandal: Das bedeutet der Russland-Bann

10.12.2019

Lausanne Die Sport-Großmacht Russland wird für vier Jahre nur noch eine Nebenrolle im Weltsport einnehmen. Das Wada-Exekutivkomitee schloss Russland am Montag für vier Jahre von Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften aus. Ausgewählte Athleten des Landes dürfen in dieser Zeit nicht unter eigener Fahne, sondern nur als neutrale Sportler starten. Damit folgte die Wada in ihrem einstimmigen Urteil den Empfehlungen der unabhängigen Prüfkommission CRC, die auch die Suspendierung der russischen Anti-Doping-Agentur Rusada bis 2023 vorsehen.

Russland hat 21 Tage Zeit, das Urteil zu akzeptieren oder es vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS anzufechten. Laut ersten Reaktionen aus Russland ist ein Einspruch gegen die Strafen sehr wahrscheinlich. Moskaus Regierungschef Dmitri Medwedew kritisierte die Strafen als „antirussische Hysterie“ von chronischem Ausmaß, sagte er der Agentur Interfax.

EM 2020 nicht betroffen

Die Wada-Entscheidung hat auch Auswirkungen auf den Fußball. Sollte sich die Fußball-Nationalmannschaft Russlands für die WM 2022 in Katar qualifizieren, müsste sie ohne Fahne und Ländernamen antreten. Die EM 2020, die auch in St. Petersburg stattfindet, ist davon nicht betroffen, da es sich um ein kontinentales Turnier handelt.

„Das Doping in Russland hat zu lange dem sauberen Sport geschadet“, sagte Wada-Präsident Craig Reedie. Der Verstoß der russischen Behörden gegen die im September 2018 genehmigten Bedingungen zur Wiedereinsetzung der Rusada verlangten nach einer robusten Reaktion. „Genau das wurde heute geliefert“, betonte er. Die Wada hatte die dauerhafte Aufhebung der Rusada-Sperre mit der Herausgabe der Dopingdaten aus dem Moskauer Labor verbunden.

Forensische Untersuchungen durch Wada-Experten hatten aber ergeben, dass die Moskauer Daten von 2012 bis 2015 „weder vollständig noch vollständig authentisch“ sind. Dies konnte im Vergleich mit einer der Wada 2017 von einem Whistleblower zugespielten Kopie nachgewiesen werden.

Russland sei jede Gelegenheit geboten worden, sein Haus in Ordnung zu bringen, „aber es entschied sich stattdessen dafür, seine Haltung der Täuschung und Verleugnung fortzusetzen“, sagte der Schotte. Die Einzelfallprüfung gilt für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2020 in Tokio und 2022 in Peking, für die Olympischen Jugendspiele und Weltmeisterschaften von Sportarten, die dem Wada-Code unterliegen, sowie sogenannten „Major Sport-Events“.

Keine WMs in Russland

Zudem darf Russland bis 2023 weder Gastgeber sein, noch sich für eine Ausrichtung großer Wettkämpfe bewerben. Bereits an das Land vergebene Welttitelkämpfe sollen entzogen werden. Betroffen davon könnten unter anderen die Volleyball-WM 2022 und die Eishockey-WM 2023 in St. Petersburg sein.

Harsche Kritik übte der Chef der amerikanischen Anti-Doping-Agentur. „Russland einem kompletten Bann entkommen zu lassen, ist ein weiterer verheerender Schlag für die sauberen Athleten, die Glaubwürdigkeit des Sports und die Rechtsstaatlichkeit“, wetterte Travis Tygart.

Mit Zufriedenheit kommentierte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes die Entscheidung. „Wer über Jahre hinweg die Werte des Sports mit Füßen tritt, gehört auf die Strafbank“, sagte Alfons Hörmann.

NWZ Bundesliga-Tippspiel 20/21
Wer wird Tippspiel-König 20/21? Am besten gleich mittippen und jeden Spieltag um einen 50€-Gutschein von Möbel Weirauch spielen!

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.