LEGIONOWO - Otto Rehhagel hätte am Abwehrbollwerk der Griechen seine helle Freude. Kyriakos Papadopoulos, Innenverteidiger von Schalke 04, und sein Nebenmann Sokratis, Innenverteidiger von Werder Bremen, sind zweikampfstark, kompromisslos, eisenhart – an diesem Freitag (20.45 Uhr/ZDF) wollen sie im EM-Viertelfinale in Danzig auch die hochgelobte deutsche Offensive um Torjäger Mario Gomez stoppen.
„Mario ist ein super Mittelstürmer“, sagte Sokratis, und Papadopoulos pflichtete ihm nach der 90-minütigen Trainingseinheit der Hellenen am Dienstag bei strahlendem Sonnenschein und 30 Grad in Legionowo bei. „Ein außergewöhnlicher Spieler. Wir müssen die deutsche Offensive bremsen“, sagte der 20-Jährige, der die Schalker Fans in dieser Saison mit gutem Stellungsspiel und seinem überragenden Defensiv-Kopfballspiel überzeugt hat.
Zu EM-Beginn war Papadopoulos dennoch nur zweite Wahl gewesen. Als Avraam Papadopoulos beim Auftakt gegen Polen (1:1) mit einem Kreuzbandriss noch in der ersten Halbzeit vom Platz humpelte, nutzte der Schalker seine Chance. Sein 24-jähriger Partner Sokratis flog zwar kurz danach mit Gelb-Rot vom Platz, doch seit ihrem gemeinsamen bärenstarken Auftritt beim Gruppenfinale gegen Russland (1:0) sind Papadopoulos und Sokratis gesetzt. „Es ist gut für unser Team, dass einige Spieler Erfahrung aus der Bundesliga mitbringen“, sagt Papadopoulos.
„Die Innenverteidigung besitzt internationale Klasse“, so lautet das Urteil von Rehhagel, der die Griechen 2004 als Trainer zum Titel führte.
Beim Training arbeiten die griechischen Hoffnungsträger konzentriert. Die Begegnung gegen Deutschland ist für sie der Höhepunkt ihrer Karriere. „Wir werden wieder ein gutes Spiel abliefern“, sagt Sokratis, der wie Papadopoulos Probleme im Aufbauspiel hat, selbstbewusst.
Das Selbstvertrauen ist bei den beiden Bundesliga-Profis ohnehin enorm. Papadopoulos antwortete schon vor Turnierbeginn auf die Frage, wer den Europameister-Titel gewinnen wird, mit einem breiten Grinsen: „Griechenland“. Sokratis geht ebenfalls verbal in die Offensive. Wie man gegen Russland verteidigt habe, hätte schon wie 2004 ausgesehen, sagte er. Der damalige „Beton“ in der Abwehr war die Grundlage des sensationellen EM-Titelgewinns in Portugal. Otto Rehhagel wäre stolz.
