LEIPZIG - Leipzig/sid/dpa Bayern München fürchtet nach dem sechsten Gewinn des Ligapokals in der anstehenden Saison nur eigenen Größenwahn und lädierte Knochen. Selbst gegen das letzte Aufgebot des Rekordmeisters war der Vizemeister Schalke 04 beim 0:1 (0:1) im Finale von Leipzig zwei Wochen vor dem Bundesliga-Start chancenlos – auch wenn das erste Pflichtspieltor von Miroslav Klose (29.) für seinen neuen Arbeitgeber nur durch einen Abwehrschnitzer zustande kam.
„Wir haben ein Zeichen gesetzt – Bayern ist wieder da“, sagte Trainer Ottmar Hitzfeld. Die mit zwei Millionen Euro Prämie belohnten Sieger können nun vom „Quadrupel“ träumen, denn auch in Meisterschaft, DFB-Pokal und Uefa-Cup sind sie jeweils der Favorit.
„Ich bin froh, dass wir nur 1:0 gewonnen haben, sonst wären einige wahnsinnig geworden“, meinte Manager Uli Hoeneß und brachte die Ängste auf den Punkt: „Ich fürchte, dass wir in der allgemeinen Euphorie um die neue Mannschaft zu hoch gehoben werden und die Spieler glauben, nichts mehr tun zu müssen. Ich sorge mich aber auch um unsere Spieler. Wie wir in diesen Ligapokal-Spielen gefoult worden sind, geht auf keine Kuhhaut.“
Champagner-Fußball wie zuvor gegen Werder Bremen (4:1) und teilweise auch gegen den Meister VfB Stuttgart (2:0) gab es ohne Stars wie Franck Ribery diesmal nicht. Dafür stellte Klose in der 29. Minute seinen Torinstinkt vor 45 000 Zuschauern im Zentralstadion und über fünf Millionen TV-Zuschauern unter Beweis. „Ein gutes Gefühl, für Bayern das Siegtor zu schießen, das möchte ich noch oft erleben“, sagte der 29-Jährige, der im Halbfinale wegen Kreislaufproblemen gefehlt hatte. Klose hatte die Situation richtig erkannt, nachdem Keeper Manuel Neuer ausgerutscht war und sich dann mit seinem Verteidiger Mladen Krstajic nicht einig war.
Unterdessen hat der ausgemusterte Bayern-Stürmer Roque Santa Cruz einen neuen Verein gefunden. Der 25-jährige Nationalspieler aus Paraguay wechselt zum 1. August nach England zu den Blackburn Rovers. Dort erhält er einen Vierjahresvertrag, die Ablösesumme soll um die fünf Millionen Euro betragen. Santa Cruz hatte seit 1999 für den FC Bayern gespielt.
