LEIPZIG - LEIPZIG/SID - Das Fußball-Wunder von Freiburg geht weiter, aber Volker Finke kann sich nicht so richtig freuen. Die zur Winterpause schon abgeschriebenen Breisgauer bleiben nach dem 2:0 gegen den FC Augsburg am 28. Zweitliga-Spieltag nur einen Zähler hinter dem drittplatzierten MSV Duisburg auf Aufstiegskurs, doch der 59-jährige Coach meinte angesichts der für ihn demonstrierenden Anhänger nachdenklich: „Ich bin eher traurig über ein paar Sachen. Ich bin weit weg davon, diese Situation zu genießen.“ Auch wenn „Mr. Freiburg“ keine offene Schadenfreude über den Rückenwind vom Fußball-Volk für ihn gegen die Chefetage um Präsident Achim Stocker empfindet, seinen nach 16 Jahren verordneten Abgang vor den Fans („Wir sind Finke“) will er nicht auch noch selbst rechtfertigen. „Wieso habe ich eine Aufgabe?“, meinte er und fügte hinzu: „Ich bin froh, nicht im Staatssozialismus zu leben, wo Reaktionen verordnet werden.“ Es habe auch fünf Jahre lang Leute gegeben, die „Finke

raus!“ gerufen hätten.

Seiner Meinung nach gehe es jetzt auch weniger um ihn als Person, sondern um die Mannschaft. Die Leute würden sehen, dass mit diesem Konzept etwas geht und sich deswegen Gedanken machen. Für ihn wäre es toll, wenn am letzten Spieltag aus eigener Kraft der Aufstieg geschafft werden kann. Die sportlichen Aussichten sind dank des sechsten Heimerfolges in Serie nach dem achten Saisontreffer von Youssef Mohamad (30.) und einem Eigentor von Mourad Hdiouad (33.) besser.

Derweil hat 1860 München den Karlsruher SC beim Sturmlauf in die Fußball-Bundesliga zunächst einmal gestoppt. Die „Löwen“ besiegten den Tabellenführer am Montagabend mit 2:0 (0:0). Vor 51 000 Zuschauern in der Münchner WM-Arena erzielten Berkant Göktan (56.) und Gregg Berhalter (70.) die Treffer für die Gastgeber.

In dem 1. FC Kaiserslautern verabschiedete sich zudem ein Mitfavorit um den dritten Rang durch ein schlappes 0:0 in Burghausen aus dem engsten Kreis der Bewerber. Hinter den Vereinen Karlsruher SC und Hansa Rostock verteidigten die Duisburger den begehrten dritten Platz. Beim 4:0 gegen die Offenbacher Kickers war der dreifache Torschütze Markus Kurth der Matchwinner. Die SpVgg Greuther Fürth, wie Freiburg nur einen Zähler hinter den Zebras zurück, erledigte ihre Heimaufgabe gegen Carl Zeiss Jena ebenfalls ohne großes Zittern und gewann mit 2:0.