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NWZonline.de Sport Fußball

Löw holt Kai aus der Kiste

17.11.2018

Leipzig Mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze hatte der schüchterne Kai Havertz das ungewohnte Rampenlicht gerade verlassen, da baggerte Joshua Kimmich in bester Uli-Hoeneß-Manier am Leverkusener. Der 19-Jährige sei „einer für die Bayern“, sagte der Münchner Defensivspieler am späten Donnerstagabend: „Ich kann ihn nicht kaufen, aber er ist ein Spieler, der sehr gut zu uns passen würde.“

Kimmich schwärmt

Würde der deutsche Fußball-Rekordmeister für seinen angekündigten großen Umbruch im Sommer tatsächlich Havertz verpflichten, wäre es ein teures Vergnügen. Der europaweit begehrte Offensivspieler von Bayer Leverkusen (Vertrag bis 2022) hat seinen Marktwert mit einem streckenweise herausragenden Startelf-Debüt in der Nationalmannschaft beim 3:0 (3:0)-Sieg in Leipzig gegen Russland nochmal erhöht.

„Es hat riesig Spaß gemacht“, sagte der Gewinner der Fritz-Walter-Medaille in Gold für den besten deutschen U-19-Spieler in diesem Jahr: „Ich glaube, auf dieser Leistung lässt sich gut aufbauen.“ Das sei viel zu bescheiden, befand Kimmich: „Er war der beste Mann auf dem Platz. Er hat ein brutales Gefühl für den Raum. Ich hoffe, dass er noch sehr viele Spiele für uns machen wird.“

Für die Nationalmannschaft wohlgemerkt. Neben den Bayern sollen sich auch der FC Barcelona und der FC Arsenal für Havertz interessieren. Den Hype um seine Person bekomme er zwar mit, „aber ich werde immer auf dem Boden bleiben“, sagte er. Sein spielerisches Vorbild ist der im Unfrieden aus dem Nationalteam geschiedene Mesut Özil: „Ich habe das Spiel von Özil immer gerne angesehen: die Übersicht, die Ruhe am Ball – davon schaue ich mir viel ab.“

Mopeds im Angriff

Sein Pass in die Tiefe vor dem dritten Tor von Serge Gnabry (40. Minute) erinnerte in der Tat an Özil. Havertz bewies auf seiner Lieblingsposition im offensiven Mittelfeld, warum ihn Experten als kommenden Superstar sehen. „Ich kann mir gut vorstellen, dass er in den nächsten Jahren eine Schlüsselrolle spielen kann“, sagte auch Bundestrainer Joachim Löw.

Im letzten Gruppenspiel der Nations League an diesem Montag (20.45 Uhr/ARD) in Gelsenkirchen gegen die Niederlande dürfte Bundestrainer Joachim Löw den Youngster jedoch durch Rückkehrer Toni Kroos ersetzen. Die Zukunft aber gehört Havertz. Für sein Alter sei dieser „schon auffällig gut“, so Löw, „er wirkt sehr abgeklärt.“

Neben dem bärenstarken Havertz hinterließ das pfeilschnelle Sturmtrio Gnabry, Leroy Sané und Timo Werner gegen allerdings auch schwache Russen mächtig Eindruck. „Das sind ja schon kleine Mopeds da vorne“, sagte Verteidiger Niklas Süle, der nach der frühen Führung durch Sané (8.) das 2:0 erzielte (25.). Sieben Spieler in der Startelf gegen den WM-Viertelfinalisten waren 23 Jahre oder jünger. Havertz steht für den Generationenwechsel nach dem historischen WM-Debakel.

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