Leverkusen - Vom Jäger zum Gejagten: Aber obwohl Borussia Dortmund Fußball-Rekordmeister Bayern München zunächst mal als Bundesliga-Spitzenreiter abgelöst hat und aktuell auf Wolke sieben schwebt, bleibt der achtmalige deutsche Meister bescheiden. „Die Tabellenführung ist sehr schön. Das ist ein guter Start, aber mehr auch nicht. Wir denken weiter von Spiel zu Spiel“, sagte Trainer Lucien Favre nach dem spektakulären 4:2 (0:2) seiner Mannschaft bei Bayer Leverkusen.

Auch Torwart Roman Bürki und Lizenzspielerchef Sebastian Kehl warnten vor dem Hintergrund der Achterbahnfahrt in der Vorsaison vor Euphorie. „Tabellenführer zu sein, fühlt sich gut an. Es ist eine schöne Momentaufnahme, aber die Saison ist jung.“, sagte Bürki mit Blick auf die Aufgaben in der Champions League gegen AS Monaco an diesem Mittwoch (21 Uhr) und drei Tage später gegen den FC Augsburg. Kehl ergänzte: „Wir befinden uns sehr früh in der Saison und es wäre verfrüht, nach sechs Spielen in der Borussia einen Titelanwärter zu sehen.“

Zuvor hatten sich die nach wie vor in dieser Saison ungeschlagenen Westfalen drei Tage nach ihrem 7:0-Kantersieg gegen den 1. FC Nürnberg als wahre Mentalitäts-Monster entpuppt. „Es war stark, wie wir in der zweiten Halbzeit zurückgekommen sind“, sagte der erneut überzeugende Marco Reus, nachdem sein Team die erste Hälfte verschlafen hatte und durch Gegentreffer von Mitchell Weiser (9. Minute) und Jonathan Tah (39.) verdientermaßen 0:2 ins Hintertreffen gelangte. „Es war ein geiles Erlebnis, wir haben gezeigt, dass Mentalität in der Truppe da ist“, urteilte Kehl.

Favre bewies im zweiten Durchgang zudem ein glückliches Händchen bei seinen Einwechslungen. Nach dem Anschlusstreffer durch Jacob Bruun Larsen (65.) rückten die Joker Paco Alcacer und Jadon Sancho in den Mittelpunkt.

Die in der 63. Minute eingewechselte Barca-Leihgabe Alcacer (85. und 90.+4) machte Dortmunds ersten Auswärtssieg seit Februar perfekt. Der erst 18-jährige Engländer Sancho, fünf Minuten nach dem Doppeltorschützen aufs Feld gekommen, bereitete das 2:2 durch Reus (69.) und den zweiten Treffer von Alcacer vor – seine fünfte Torvorbereitung in dieser Spielzeit.