LEVERKUSEN - Michael Ballack wird der Star sein, nicht aber die Nummer eins in der Bundesliga-Mannschaft von Bayer Leverkusen. „Ich bleibe Kapitän, das hat mir der Trainer gesagt“, sagte Simon Rolfes nach dem Trainingsauftakt. „Für mich ist das ein schöner Vertrauensbeweis.“

Fußball-Nationalmannschaftskapitän Ballack wird von den Bayer-Spielern mit Sympathie und offenen Armen empfangen, nicht jedoch als alleiniger Heilsbringer gesehen. „Wir wissen, was er kann, doch es ist auch noch eine Mannschaft da“, meinte Verteidiger Gonzalo Castro. Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser erwartet „keine Wunderdinge“ von dem Zwölf-Millionen-Einkauf. Der Zugang indes hat seine Ziele klar formuliert: Gewinn der deutschen Fußball-Meisterschaft und Einzug in die Champions-League.

Dass Ballack künftig viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird und die Mitspieler mehr im Schatten stehen werden, sieht Rolfes nicht als Problem an: „Mit dem Hype muss Michael selbst umgehen. Wir dürfen nicht glauben, allein durch die Erwartungen Erfolge haben zu können. Die müssen wir uns erarbeiten.“ Bayer-Trainer Jupp Heynckes („Michael wird die Attraktion der Bundesliga“) wollte dagegen nichts von hohen Zielen für die am 20. August beginnende Saison wissen. „Ich halte nichts davon, vorher klare Ziele auszugeben“, meinte der 65-Jährige.

Heynckes bezeichnete Ballack als Führungsspieler, der den Takt in einer Mannschaft angeben kann. Der Trainer weiß aber nicht, wann Ballack seine Syndesmoseband-Verletzung auskuriert hat. Am Dienstag reiste dieser zum deutschen WM-Team nach Südafrika. Dort wird er unter Anleitung von Nationalmannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und Physiotherapeut Klaus Eder die Reha beginnen. „Der Heilungsverlauf bei ihm sieht gut aus“, berichtete Holzhäuser. Er rechnet in der Woche nach dem Trainingslager von Sonnabend bis zum 10. Juli im Zillertal in Österreich mit Ballack. Ob er aber schon im ersten Saisonspiel aufläuft, ist fraglich. Und auch Rolfes wird dann wohl fehlen. „Ich werde noch etwas brauchen“, berichtete der Nationalspieler, der sich vor fünf Monaten wegen eines Knorpelschadens im Knie operieren lassen musste. Dagegen kann Nationaltorwart Rene Adler, der die WM wegen eines Rippenbruchs absagen musste, wieder voll mitmachen.