LEVERKUSEN - Das Projekt Robin Dutt ist vorzeitig gescheitert, Bayer Leverkusen setzt im Saisonendspurt auf das Duo mit Ex-Profi Sami Hyypiä (38) als Teamchef und U-19-Coach Sascha Lewandowski (41) als Trainer. Nach der tiefen sportlichen Krise des Fußball-Bundesligisten und den Hohn- und Spottgesängen der Fans gegen den Bayer-Coach hat der Club am Tag nach der 0:2-Pleite gegen den SC Freiburg die Reißleine gezogen. „Wir mussten einfach handeln und ein Zeichen setzen, um das Saisonziel internationaler Wettbewerb weiter mit frischem Wind zu verfolgen“, sagte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser am Sonntag.

Nach der katastrophalen Leistung gegen Freiburg, der fünften Pflichtspielniederlage in Serie, war Dutt nicht mehr zu halten. „Die Aktion trifft mich menschlich. Aber der Druck auch der Fans, Sponsoren und mancher Medien war zu groß geworden“, sagte Holzhäuser. Auch die Co-Trainer Damir Buric und Marco Langner wurden freigestellt.

Am Dienstag, nach einem freien Tag für die Mannschaft, soll das neue Trainerteam die Arbeit aufnehmen. Zunächst ist angedacht, dass die beiden Übungsleiter bis Saisonende arbeiten – Weiterbeschäftigung nicht ausgeschlossen. „Im Moment gehen wir davon aus, dass es eine längere Situation sein kann“, sagte Holzhäuser. Aber auch Ralf Rangnick ist für die kommende Saison im Gespräch.

Dutt selbst zeigte nach der Niederlage gegen seinen Ex-Club Größe. „Die Trennung ist nachzuvollziehen. Ich suche den Schlüssel bei mir. Ich bin mit mir im Reinen und dankbar, hier Trainer gewesen sein zu dürfen“, sagte der 47-Jährige, der bei der Präsentation seiner Nachfolger anwesend war: „Ich will nicht durch die Hintertür rausgehen.“

Hyypiä, der vergangenen Herbst ein Praktikum bei Bayer gemacht hatte und derzeit in Finnland den Trainer-Lehrgang absolviert, wurde von den Geschehnissen überrascht, ist aber von der Trendwende überzeugt. „Wir wollen einem verunsicherten Team Wege aufzeigen, um Leverkusen wieder in die Erfolgsspur zu bringen“, sagte der ehemalige Leverkusener Profi.

Knackpunkt war die 1:7-Pleite in der Champions League beim FC Barcelona. Seitdem verlor Bayer alle vier Ligaspiele. „Die Mannschaft war von Angst bestimmt“, so Sportdirektor Rudi Völler.