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NWZonline.de Sport Fußball

Fußball: Bayer formuliert kleine Ziele

06.11.2019

Leverkusen Über Newcastle United hat dieser Tage in Leverkusen niemand geredet. Die Engländer haben im Herbst 2002 als einziges Team in der 26-jährigen Geschichte der Champions League die Vorrunde überstanden, obwohl sie die ersten drei Spiele allesamt verloren haben. Dieses Beispiel hat bei Bayer niemand bemüht, denn an ein Champions-League-Wunder glaubt keiner mehr ernsthaft. Doch beim echten Charaktertest an diesem Mittwoch (21 Uhr) gegen Atlético Madrid will Bayer noch „einen raushauen“.

So formuliert es Fußball-Routinier und Abwehrchef Sven Bender. Wohl wissend, dass es im vierten Gruppenspiel angesichts der fast aussichtslosen Lage vor allem um drei wichtige Dinge geht: Um die Ehre nach bisher null Punkten und keinem selbst erzielten Tor. Um neues Selbstvertrauen und Geschlossenheit für die Fußball-Bundesliga. Und ums Überwintern in der Europa League.

„Wir müssen alles versuchen, damit wir Dritter werden“, fordert Sportchef Rudi Völler. Und auch Stürmer Kevin Volland spricht von nichts anderem mehr. „Wir wollen ja noch in die Europa League kommen. Deswegen müssen wir schauen, dass wir gewinnen, zumindest aber nicht verlieren“, sagt Volland.

Trainer Peter Bosz hat die Hoffnung dagegen zumindest offiziell nicht aufgegeben. „Die Chance ist klein“, sagt der Niederländer: „Aber so lange sie da ist, muss man versuchen, sie zu nutzen.“

Doch klar ist: Nach sieben Pflichtspielen mit nur einem Sieg – einem mühsamen 1:0 im Pokal gegen Bundesliga-Schlusslicht Paderborn – und dem Absturz auf Rang zehn der Liga ist die Zeit der Ausreden vorbei. Nach dem 1:2 gegen Tabellenführer Borussia Mönchengladbach am Samstag kritisierte Völler die Spieler Wendell („Es gibt, glaube ich, keinen Bundesliga-Spieler, der so viel ausrutscht“) und Leon Bailey („Die Rote Karte war blöd und völlig unnötig“).

Auch innerhalb des Teams wird der Ton rauer. Gefühlt entstehen zwei Lager zwischen Künstlern und Arbeitern. „Wir verlassen uns zu sehr auf Mitspieler“, sagt Volland: „Wir dürfen uns kein Halbgas erlauben.“ Sven Bender fordert Taten statt Worte. „Wir sollten vielleicht aufhören, über irgendwelche großen Ziele zu sprechen, sondern einfach Woche für Woche unsere Arbeit machen“, sagt er: „Ich habe noch keinen gesehen, der ganz einfach oder leicht viel erreicht hat.“

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