LEVERKUSEN - Ein 0:3 macht Hannover 96 Mut im Bundesliga-Abstiegskampf. Eine Woche nach der 0:7-Klatsche in München kassierte der Tabellenvorletzte bei Bayer Leverkusen zwar seine 19. Saison-Niederlage, doch das klare Ergebnis spiegelt nicht das Kräfteverhältnis wieder. „Wenn wir in den letzten beiden Spielen so auftreten, mache ich mir keine Sorgen“, sagte 96-Trainer Mirko Slomka zu der Leistung seines Teams, das beim Tabellenvierten wacker mithielt, bei mehreren Schiedsrichter-Entscheidungen allerdings benachteiligt wurde.

„Wir sind stinksauer. Das waren Fehlentscheidungen“, schimpfte 96-Stürner Mike Hanke auf den Unparteiischen Thorsten Kinhöfer. Der verweigerte einem Treffer von Hanno Balitsch (27.) die Anerkennung – Hanke soll aus Abseitsstellung verlängert haben – und ahndete eine Notbremse von Sami Hyypiä (30.) sowie ein Handspiel von Manuel Friedrich (36.) nicht. „Ich hätte Hyypiä des Feldes verweisen müssen“, bekannte der Referee nach dem Spiel im ZDF.

„Wir hätten nicht verlieren müssen“, stellte 96-Präsident Martin Kind fest. Er attestierte seinem Team, nach der Schmach von München „Charakter und Wille“ gezeigt zu haben. Doch das reichte gegen schwache Leverkusener nicht zu einem Punktgewinn. „Wir haben nicht unser allerbestes Spiel gezeigt. Aber wir haben effektiv gespielt und aus wenigen Chancen Tore gemacht“, sagte Bayer-Stürmer Stefan Kießling. Er traf zweimal (25., 88./Foulelfmeter), erhöhte sein Konto auf 21 Treffer und hat die Torjäger- Kanone im Blick. Das 2:0 (64.) schoss der junge Türke Burak Kaplan.

Für die Niedersachsen hat sich die Situation damit nicht verändert, da der ebenfalls abstiegsgefährdete 1. FC Nürnberg sein Heimspiel gegen Borussia Dortmund mit 2:3 verlor. Bereits am Freitag unterlag der VfL Bochum 0:2 gegen den VfB Stuttgart. Bochum und Nürnberg haben weiterhin nur einen Punkt Vorsprung auf Hannover 96, dessen Tordifferenz jedoch schlechter ist.