Frankfurt - Schluss mit „Alle Spiele, alle Tore“ bei nur einem Anbieter: Das Bundeskartellamt hat grünes Licht für den milliardenschweren TV-Poker der Deutschen Fußball Liga (DFL) gegeben und dabei das Monopol des Bezahlsenders Sky gekippt. Allerdings ist die künftig vorgeschriebene Regel, nach der die Live-Rechte nicht komplett an einen Bieter gehen dürfen, ein Kompromiss. Für den Fan vor dem Fernseher könnte sich nur etwas ändern, wenn er zum Laptop, Handy oder Tablet greift.

„Solange nur ein Inhaber der Live-Rechte am Markt ist, birgt dies die Gefahr, dass der Innovationswettbewerb, insbesondere der von internetbasierten Angeboten, beschränkt wird“, sagte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, am Montag. Die DFL kündigte an, an diesem Dienstag über die Ausschreibung der nationalen Medienrechte informieren zu wollen. Zusammen mit dem Geld für die Auslandsrechte erhoffen sich die Liga-Macher für die Rechteperiode 2017/18 bis 2020/21 einen Erlös von etwa einer Milliarde Euro pro Saison.

Konkret werden die Interessenten auf verschiedene Pakete des dann aufgeteilten Spieltages bieten können. Beispielsweise könnte ein Paket ein Spitzenspiel am Sonnabend umfassen, das dann auf TV-Sender A läuft. Die verbleibenden Partien könnten dann auf Sender B live übertragen werden. Für Sky, wo der Fußball das Zugpferd ist, wäre das ein Rückschlag.

Tritt dieses erste Szenario aber nicht ein, und nur ein Sender bietet für alle Pakete des Live-Spieltages der Bundesliga im TV, greift die „Online-Lösung“, mit der ein Konkurrenzangebot mit ausgewählten Spielen (von insgesamt 306) im Internet geschaffen werden soll. Der Markteinstieg für neue Rechteinhaber, beispielsweise US-Riese Amazon, scheint so deutlich einfacher.