Frankfurt Am Main - Keine Experimente: Joachim Löw vertraut in den wegweisenden WM-Qualifikationsspielen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Tschechien und Nordirland seinen bewährten Kräften um die zuletzt verletzten Rückkehrer Jerome Boateng, Mario Gomez und Ilkay Gündogan. Überraschungen blieben bei der Nominierung des 22-köpfigen Kaders für die Begegnungen am 8. Oktober in Hamburg gegen die Tschechen und drei Tage darauf in Hannover gegen Nordirland (beide 20.45 Uhr/RTL) aus.
„Gerade die Spieler, die zu unserem Stamm gehören, haben in den vergangenen Wochen mit ihren Vereinen national und international wieder Rhythmus aufgenommen. Auf diese Spieler setzen wir in der jetzigen Phase, sie wissen, was wir von ihnen erwarten“, sagte Löw, der nach dem souveränen Sieg des Weltmeisters beim Qualifikationsauftakt in Norwegen (3:0) gegen die vermeintlich stärksten Gegner in der Gruppe C auf dem Weg nach Russland 2018 unbedingt nachlegen will: „Diese beiden Heimspiele sind sehr wichtig für uns. Nachdem wir in Norwegen gut in die Qualifikation gestartet sind, wollen wir auch die nächsten Spiele gewinnen und die Tabellenführung in unserer Gruppe behaupten.“
Dabei verzichtet er auf große Veränderungen. Der Dortmunder Gonzalo Castro muss damit trotz zuletzt starker Leistungen in Bundesliga und Champions League auf seinen ersten Länderspieleinsatz seit 2007 warten. Sein Verein hat den erneuten Verzicht des Fußball-Bundestrainers Joachim Löw auf eine Nominierung Castros mit „großer Enttäuschung“ aufgenommen. „Ich bin zu 100 Prozent davon ausgegangen, dass er nominiert wird, weil seine Leistungen über einen längeren Zeitraum auf sehr hohem Niveau so herausragend gut sind“, sagte Borussen-Trainer Tuchel vor dem Ligaspiel bei Bayer Leverkusen am Samstag (18.30 Uhr/Sky). „Es ist eine große Enttäuschung, das jetzt zu hören.“
Auch die Hoffnungen des Gladbachers Lars Stindl auf sein Debüt im Trikot der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) erfüllen sich (noch) nicht. Sie könnten für das WM-Qualifikationsspiel in San Marino (11. November) und das Länderspiel in Italien vier Tage später in Mailand ein Thema werden.
Gegen Tschechien und Nordirland sind dafür Boateng, Gomez, Kevin Volland und erstmals seit 330 Tagen auch Gündogan wieder dabei. Verzichten muss Löw hingegen auf die Verletzten André Schürrle, Marco Reus, Karim Bellarabi und Antonio Rüdiger. Emre Can, der aufgrund einer Kapselverletzung im Fuß vier Wochen pausiert hatte, hat der Bundestrainer nicht berücksichtigt. Jonathan Tah, Niklas Süle und Leroy Sané zählen diesmal zum Aufgebot der U21. Dafür kehrt der Hoffenheimer Sebastian Rudy, der den Sprung in den Kader für die EURO 2016 in Frankreich knapp verpasst hatte, in den Kreis der Nationalmannschaft zurück.
Löw erwartet in Hamburg und Hannover starke Gegner. „Obwohl die tschechische Mannschaft bei der Europameisterschaft nach der Vorrunde ausgeschieden ist, hat sie aus meiner Sicht insbesondere gegen Spanien und Kroatien starke Leistungen gezeigt. Nach der EURO gab es einen Umbruch, das Team hat einen neuen Trainer, der neue, junge Spieler hinzugenommen hat. Ein solcher Prozess kann Kräfte freisetzen“, sagte Löw und fügte mit Blick auf den zweiten Gegner an: „Die Mannschaft Nordirlands steht für Leidenschaft, die Spieler haben ein großes Kämpferherz. Der Großteil des EM-Kaders wird jetzt auch in Hannover dabei sein - wir wissen also, was uns erwartet.“
In Frankreich sicherte sich die DFB-Auswahl durch ein 1:0 gegen die Nordiren den Gruppensieg. Torschütze in Paris war Mario Gomez.
