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NWZonline.de Sport Fußball

Löw scheut gegen Australien großes Risiko

25.03.2015

Frankfurt Die oberste Devise von Joachim Löw ist klar: Kein Risiko gegen Australien! Der Bundestrainer wünscht sich zwar einen erfolgreichen Probelauf gegen den Asienmeister, oberste Priorität genießt aber die Pflichtaufgabe des Weltmeisters in der EM-Qualifikation in Georgien. Die Vorbereitung stand am Dienstag aber auch bei der Fußball-Nationalmannschaft unter dem Eindruck des fürchterlichen Flugzeugunglücks in Frankreich mit vielen deutschen Opfern. „Es macht mich traurig und wahnsinnig betroffen“, kommentierte Löw. In Gedenken an die Opfer wird das Team mit Trauerflor spielen und eine Schweigeminute abhalten.

An der sportlichen Devise beim Jahresauftakt an diesem Mittwoch (20.30 Uhr/ZDF) in Kaiserslautern soll trotzdem festgehalten werden. „Wir müssen uns gegen Australien das Feuer für Georgien holen“, sagte Löw. Viel entscheidender seien drei Punkte an diesem Sonntag (18 Uhr/RTL) in Tiflis, mahnte der Bundestrainer: „Sonst geraten wir in der EM-Qualifikation noch viel mehr unter Zugzwang.“ Entsprechend wird der 55-Jährige seine 23 Akteure auf die zwei Partien verteilen und die Kräfte wohlüberlegt dosieren.

„Ich möchte gewährleisten, dass alle Spieler am Sonntag in Georgien körperlich und geistig in einem guten Zustand sind“, betonte Löw.

Nach vier Monaten Winterpause präsentiert sich der Weltmeister gegen die aufstrebenden Australier, die mit dem Deutschland-Profi Mathew Leckie (FC Ingolstadt), aber ohne den noch nicht fitten Torwart Mitchell Langerak (Borussia Dortmund) antreten, vor eigenem Publikum. Der leicht angeschlagene Torhüter Manuel Neuer wird wegen einer Schleimbeutelentzündung im Knie pausieren, verkündete Löw. „Wir wollen nichts riskieren“, erklärte er. Für einen Einsatz von Neuer in Tiflis gegen Georgien bestehe keine Problematik, „wenn man jetzt vorsichtig vorgeht“.

Weitere Vielspieler wie die Weltmeister Toni Kroos, Thomas Müller oder Jérome Boateng sollen ebenfalls den Akku aufladen. „Ich bin durchaus bereit, gegen Australien das eine oder andere zu probieren“, kündigte Löw an. Bis zu sechs Auswechslungen kann er vornehmen.

Einsatzgarantien stellte er den lange verletzten Rückkehrern Holger Badstuber und Ilkay Gündogan aus. Bastian Schweinsteiger soll das Team zumindest für einen Teilzeiteinsatz als Kapitän anführen.

„Es ist wieder schön, im Kreis der Nationalmannschaft zu sein“, sagte der 30-jährige Münchner, der zuletzt im WM-Finale das Nationaltrikot getragen hatte. „Es ist ein ganz wichtiges Zeichen an die Mannschaft, dass der Kapitän wieder an Bord ist“, bemerkte Löw. Auch Schweinsteiger sieht das Australien-Spiel vor allem als „guten Test“ für Georgien: „Das Entscheidende ist, dass wir die Punkte in der EM-Qualifikation holen, das ist das A und O.“

Löws neues Schlagwort lautet dabei: „Flexibilität.“ Unter anderem soll durch eine Dreierkette in der Abwehr, die er schon zuletzt in Spanien erprobte, das Offensivspiel variantenreicher werden.

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