LONDON - LONDON/SID/DPA - Ein Angriff auf Nationalspieler Frank Lampard vom Meister FC Chelsea erschüttert den englischen Fußball. Der Mittelfeldspieler war nach dem 2:1-Sieg seines Clubs im Viertelfinal-Wiederholungsspiel des FA-Cups beim Lokalrivalen Tottenham Hotspur von einem Anhänger der Heimmannschaft attackiert worden.

„Die Sicherheitsleute haben ein wenig geschlafen. Sie haben wohl nicht mit dem Angriff gerechnet“, erklärte Chelseas Trainer Jose Mourinho. „Frank erklärte, er habe den Mann nicht kommen sehen. Er ist aber in Ordnung und glücklich über den Sieg“, sagte Mourinho weiter.

Mittelfeldspieler Lampard feierte nach den Toren von Andrej Schewtschenko (54.) und Shaun Wright-Phillips (61.) mit seinen Teamkollegen nach dem Schlusspfiff den Einzug in die Runde der letzten Vier, als der Tottenham-Fan auf den Platz stürmte. Lampard stürzte zu Boden, als er dem Schlag des Angreifers ausweichen wollte, blieb aber unverletzt. Erst danach konnten Sicherheitsbeamte den Mann überwältigen und abführen.

„Das sind Szenen, die wir nicht sehen wollen. Aber leider haben wir wenig Einfluss darauf“, meinte Spurs-Coach Martin Jol, dessen Team nach dem 3:3 im ersten Spiel an der Stamford Bridge lediglich durch einen Foulelfmeter des irischen Nationalspielers Robbie Keane (79.) vor 35 519 Fans zum Anschlusstreffer kam.

Der englische Verband FA hat am Dienstag eine Untersuchung des Vorfalls angekündigt. „Das sind Dinge, die wir nicht akzeptieren können“, sagte ein FA-Sprecher. Tottenham kündigte unterdessen an, dass der Mann ein Stadionverbot an der White Hart Lane auf Lebenszeit erhalten wird.

Chelsea kann unterdessen nach dem Gewinn des Ligapokals in dieser Saison weiterhin von vier Titeln (Champions-Liga, Meisterschaft, FA-Cup) träumen. Das Team von Michael Ballack, der gegen Tottenham 90 Minuten lang zum Einsatz kam, ist nur noch einen Sieg vom Endspiel im neuen Wembley-Stadion entfernt. Im Halbfinale trifft das Team nun auf die Blackburn Rovers. Das zweite Semifinale bestreiten Manchester United und der FC Watford.