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NWZonline.de Sport Fußball

Fußball: Große Rivalen sparen mit Toren

11.11.2017

London Gut angefangen, stark nachgelassen – in einem Länderspiel-Klassiker der Experimente haben Joachim Löw und die deutschen Fußball-Weltmeister in Wembley dennoch wichtige Erkenntnisse für die WM gewonnen. Mit neuem System und guten Ansätzen reichte es gegen den verletzungsgeplagten Erzrivalen England am Freitagabend im legendären Londoner Stadion trotz hochkarätiger Möglichkeiten in der ersten Halbzeit aber nur zu einem 0:0.

Obwohl die DFB-Elf zum Auftakt der heißen Vorbereitungsphase den siebten Sieg in Folge in England verpasste, kann der Bundestrainer zufrieden sein: Der Test der 3-4-3-Taktik verlief ungeachtet einiger Abstimmungsprobleme ordentlich, Ilkay Gündogan kehrte mit einer ansprechenden Leistung zurück, Debütant Marcel Halstenberg fügte sich gut ein. Zudem blieb der Weltmeister zum 20. Mal in Folge ohne Niederlage; längere Erfolgsserien gab es in der DFB-Geschichte nur zweimal.

Nur mit dem Siegtor klappte es nicht: Leroy Sané traf die Querlatte (20.), einen weiteren Sané-Schuss klärte Phil Jones bei einer kuriosen Dreifach-Chance mit dem Kopf auf der Torlinie (23.), Timo Werner scheiterte alleine denkbar knapp an Torhüter Jordan Pickford (39.).

Löw hatte vor 81 382 Zuschauern den 95. Debütanten seiner Amtszeit auf den Rasen geschickt: Halstenberg von RB Leipzig spielte im linken Mittelfeld – an der Seite von Gündogan, der nach einjähriger Zwangspause in der Startelf stand. Etwas überraschend verteidigte Matthias Ginter rechts in der Dreierkette.

Löw war also schon experimentierfreudig, doch Englands Trainer Gareth Southgate übertraf ihn bei weitem. Drei Debütanten stellte er auf, teils notgedrungen, weil ihm zahlreiche Stars fehlten, darunter Harry Kane, Dele Alli und Raheem Sterling. So kamen Pickford, Ruben Loftus-Cheek im Mittelfeld und Tammy Abraham im Sturm zum ersten „cap“. Die englische Startelf brachte es insgesamt auf 101 Länderspiele, nur 15 mehr als Mesut Özil alleine.

Bei der Premiere der neuen deutschen Heimtrikots von einem WM-Härtetest zu sprechen, fiel deshalb schwer, obwohl Manager Oliver Bierhoff kurz vor dem Anpfiff warnte: „England ist im Aufwind.“

Nach einer Gedenkminute für die Kriegstoten am „Remembrance Day“ wirbelten die Engländer auch los, Kieran Trippier hatte die erste Großchance (2.). Er scheiterte wie auf der anderen Seite Sané (8.) am Außennetz. Mit vier Weltmeistern bestimmte die deutsche Mannschaft fortan das Spiel, Löw dirigierte am Rand, um anfängliche Missverständnisse zu beheben. Sicherheit ging vor Risiko, bis der auffällige Sane aus 17 Metern den Ball an die Unterkante der Latte schlenzte. Der Ball prallte diesmal deutlich vor der Linie auf. Der Video-Assistent musste nicht eingreifen.

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